Silber, Preis

Silber Preis: Stabilisierung nach Kursrutsch

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 19:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die LBMA meldet höhere Septemberbestände, während Institute für 2026 sinkende Nachfrage und ein wachsendes Angebotsdefizit prognostizieren.
Physische Silberbarren und Silbermünzen auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem, gedämpftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die physischen Silberbestände in den Londoner Tresoren verzeichneten zum Ende des vergangenen Monats einen Zuwachs. Nach Angaben der London Bullion Market Association (LBMA) belief sich das eingelagerte Metall per Ende September auf 28.985 Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg um 1,95 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der Zufluss an Barren in das europäische Handelszentrum fiel in eine Phase spürbarer Preisschwankungen an den internationalen Terminmärkten.

Industrielle Bremsspuren belasten die Perspektiven

Auf der Nachfrageseite trüben sich die Erwartungen für den Gesamtmarkt etwas ein. Nach Prognosen des Silver Institute und des Beratungshauses Metals Focus soll die weltweite Silbernachfrage im Jahr 2026 um zwei Prozent nachgeben. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein prognostizierter Rückgang der industriellen Nachfrage um drei Prozent, der sich vor allem aus einer schwächeren Abnahme durch die Solarbranche speist.

Trotz dieser Eintrübung zeichnet sich auf der Angebotsseite ein anhaltender Fehlbetrag ab. Das Silver Institute und Metals Focus veranschlagen für 2026 das sechste jährliche Defizit in Folge. Die Lücke soll sich auf 46,3 Millionen Unzen belaufen, nach 40,3 Millionen Unzen im Jahr 2025. Da die Minenförderung voraussichtlich weitgehend stagniert, dürfte das Gesamtangebot nach Schätzungen des Verbands um rund zwei Prozent schrumpfen.

Marktumfeld und Zinsfokus prägen den Handel

An den Terminmärkten dominierten zuletzt jedoch makroökonomische Faktoren das Geschehen. Am Mittwoch beendete der COMEX-Front-Month-Kontrakt den Handelstag bei 55,80 US-Dollar je Feinunze, was einem Tagesverlust von 6,0 Prozent entsprach.

Seit Jahresanfang verzeichnet das Edelmetall damit ein Minus von 21 Prozent.

Medienberichten zufolge setzte am heutigen Donnerstag nach dem vorangegangenen Rückschlag eine Stabilisierung ein. Marktteilnehmer nutzten das ermäßigte Niveau für selektive Zukäufe, unterstützt von rückläufigen Rohölnotierungen.

Neue Richtungsimpulse verspricht die für Donnerstag, den 15. Oktober, angekündigte Veröffentlichung des US-Produzentenpreisindex für September, der Aufschluss über den weiteren Inflationsverlauf und die Zinspolitik liefern soll.

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