Silber, Preis

Silber Preis: Silver Mountain startet Produktion

Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 21:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Niedrigere US-Renditen und ein schwächerer Dollar stützten Silber; die Deutsche Bank hält ab 2027 einen Angebotsüberschuss für möglich.

Silberpreis steigt 2,8 Prozent, bleibt aber unter dem 200-Tage-Mittel
Industrielle Silbermine in einer bergigen Landschaft bei natürlichem Morgenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Fahrwasser nachgebender US-Staatsanleiherenditen und eines schwächeren US-Dollars hat der Silberpreis am Freitag um 2,8 Prozent zugelegt und schloss bei 61,11 US-Dollar je Feinunze. Neben dem Währungsdruck sorgte der gleichzeitige Rückgang der Energiepreise für Rückenwind im gesamten Edelmetallsektor.

Laut Reuters trugen auch geopolitische Aussagen zur Beruhigung bei, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, die USA würden vor den anstehenden Zwischenwahlen keine Angriffe auf den Iran durchführen.

Die Kombination aus sinkenden Finanzierungskosten und gedämpften Inflationsängsten verschaffte den Notierungen Luft. Edelmetalle profitierten von der Umschichtung an den Finanzmärkten, nachdem ein festerer Dollar die Kurse noch zur Wochenmitte spürbar belastet hatte.

Mit dem jüngsten Anstieg notiert Silber allerdings weiterhin unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 70,26 US-Dollar, was den anhaltenden Korrekturbedarf der vergangenen Monate unterstreicht.

Lagerbestände an den Terminbörsen

Parallel zu den Währungsimpulsen lieferten Berichte aus dem Terminhandel neue Einblicke in die Bestandsentwicklung. Am Freitag wies die CME Group für die COMEX-Lagerhäuser einen Gesamtsilberbestand von 331,8 Millionen Feinunzen aus. Gegenüber dem vorangegangenen Bericht bedeutete dies einen Rückgang um 1,3 Millionen Unzen.

Von den erfassten Vorräten entfielen 102,8 Millionen Unzen auf sofort lieferbare Bestände der Kategorie „registered“, während sich 229,0 Millionen Unzen im Segment „eligible“ befanden. Für den laufenden Liefermonat wurden am 1. Oktober insgesamt 70 Lieferanzeigen für Futures-Kontrakte verzeichnet, davon 65 für Standardkontrakte und fünf für Micro-Kontrakte.

Neue Fördermengen zeichnen sich derweil in Südamerika ab: Silver Mountain meldete am Montag den Beginn der ersten Konzentratproduktion in der peruanischen Reliquias-Mine, deren erste Lieferungen noch für diesen Monat vorgesehen sind.

Mittelfristige Angebotslage und Zinsentscheide

Während vor gut einer Woche noch das Angebotsdefizit am Silbermarkt im Fokus stand – seither legte der Preis um 0,7 Prozent zu –, hält die Deutsche Bank ab 2027 einen Angebotsüberschuss am Markt für möglich.

Als Gründe führten die Experten steigende Lagerbestände sowie eine Abkühlung der industriellen Nachfrage an. So rechnete die Deutsche Bank für das Jahr 2026 mit einem Rückgang des weltweiten Silberverbrauchs in der Photovoltaikbranche um mehr als 20 Prozent und schätzte die frei verfügbaren Londoner Bestände Ende August auf über 300 Millionen Unzen.

Für die kurzfristige Trendrichtung richten Marktteilnehmer ihre Aufmerksamkeit auf anstehende Konjunkturdaten aus den USA. Das Bureau of Labor Statistics veröffentlicht am 14. Oktober sowohl den Erzeugerpreisindex als auch den Verbraucherpreisindex für September.

Diese Inflationsdaten dürften entscheidende Hinweise auf den weiteren Zinspfad der Federal Reserve liefern und damit festlegen, wie viel Spielraum den Edelmetallen im aktuellen Zinsumfeld bleibt.

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