Silber Preis: Silver Institute prognostiziert 67-Millionen-Defizit
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 12:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gespräche auf höchster diplomatischer Ebene rücken in den Fokus der Rohstoffmärkte. Marktteilnehmer blicken mit Optimismus auf die UN-Generalversammlung sowie ein für den weiteren Wochenverlauf angesetztes Treffen zwischen Donald Trump und Xi Jinping. Medienberichten zufolge stehen bei den Verhandlungen insbesondere mögliche Zollabkommen sowie Themen rund um Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt.
Zurückhaltung an den Terminmärkten
Die Aussicht auf eine Annäherung der beiden größten Volkswirtschaften sorgte an den Terminmärkten zuletzt für Stabilität. Am Montag beendete der Silberpreis den Handel bei 66,53 USD je Feinunze, was einem leichten Rückgang von 0,4 Prozent entsprach. Zuvor hatten Signale für erneute Gespräche zwischen Washington und Teheran für eine Beruhigung an den Energiemärkten gesorgt.
Ein solcher Rückgang der Ölpreise dämpft die Inflationssorgen im verarbeitenden Gewerbe. Dies nimmt kurzfristig den Druck von den Notierungen der Edelmetalle, da geopolitische Risikoprämien in den Hintergrund treten und stattdessen Konjunkturaussichten wieder stärker gewichtet werden.
Feste geldpolitische Leitplanken
Gleichzeitig setzen Äußerungen aus den Reihen der US-Notenbank der Risikofreude Grenzen. Fed-Vertreter Goolsbee betonte gestern, es bestehe keine Unklarheit darüber, dass die Geldpolitik bei einer anhaltend zu starken Nachfrage weiter gestrafft werden müsse. Entsprechende Analysen maßen seinen Äußerungen einen Tonwert von 7,4 bei, was den historischen Mittelwert von 6,4 deutlich übersteigt.
Hintergrund dieser restriktiven Signale ist die Zinsentscheidung aus der vergangenen Woche. Die Notenbank hob den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent an. Eine breite Mehrheit der Ratsmitglieder hält ein noch höheres Zinsniveau bis zum Jahresende für angemessen.
Technologischer Wandel in der Industrie
Neben der Zinspolitik beeinflussen strukturelle Verschiebungen im Industriesektor das Marktumfeld. Große Hersteller treiben den Ersatz des Edelmetalls durch Basismetalle voran.
Demgegenüber steht ein anhaltendes Ungleichgewicht auf der Angebotsseite. Das Silver Institute prognostiziert für das laufende Jahr einen weltweiten Fehlbetrag von rund 67 Millionen Unzen, womit sich der Markt im sechsten aufeinanderfolgenden Defizitjahr befindet.
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