Silber, Preis

Silber Preis: Silver Institute erwartet Marktdefizit

Veröffentlicht am: 19.09.2026 um 04:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Silber gewinnt 2,9 Prozent, während ein erwartetes Defizit von 46,3 Millionen Feinunzen und stärkere Investmentnachfrage den Markt prägen.

Silberpreis steigt auf 67,64 Dollar trotz Zinsdruck
Ein Stapel glänzender Silberbarren auf einem dunklen, industriellen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Am Freitag legte der Silberpreis um 2,9 Prozent auf 67,64 US-Dollar je Feinunze zu. Die Erholung vollzog sich im Fahrwasser spürbar nachgebender Rohölpreise, die an den internationalen Finanzmärkten für eine vorübergehende Entlastung bei den Inflations- und Zinssorgen sorgten.

Medienberichten zufolge kündigte Saudi-Arabien an, zusätzliche Optionen für Energieexporte zu prüfen. Die daraufhin einsetzende Preiskorrektur am Ölmarkt verringerte den Renditedruck bei US-Staatsanleihen und verlieh dem unverzinslichen Edelmetall Rückenwind.

Die Aufwärtsbewegung stieß jedoch rasch an Grenzen. Nach der Leitzinsanhebung der US-Notenbank Federal Reserve am vergangenen Mittwoch zeigte sich die US-Währung robust. Mit dem jüngsten Anstieg notiert die Notierung 5,1 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt.

Parallel dazu beobachten Händler die Bestände in den Lagerhäusern der Terminbörsen. Bei den sofort lieferbaren Beständen der Kategorie „registered“ wurde dabei ein Rückgang verzeichnet: Sie lagen unter der Marke von 100 Millionen Unzen.

Verschiebungen bei industrieller und physischer Nachfrage

Hinter den kurzfristigen Marktimpulsen stehen strukturelle Veränderungen auf der Angebots- und Nachfrageseite. Laut dem Branchenverband Silver Institute steuert der Markt auf ein globales Defizit von 46,3 Millionen Feinunzen zu.

Während der Bedarf in der Photovoltaikbranche um 19 Prozent sinken soll, stabilisiert sich die industrielle Gesamtnachfrage bei geschätzten 639,6 Millionen Feinunzen. Neue Impulse kommen hierbei vor allem aus Rechenzentren für künstliche Intelligenz, dem Bau von Elektrofahrzeugen sowie dem weltweiten Ausbau der Netzinfrastruktur.

Laut Reuters erwartet der World Silver Survey zudem ein deutliches Anziehen der physischen Investmentnachfrage auf 227 Millionen Feinunzen. Dieses geschätzte Plus von 20 Prozent bei Barren und Münzen fängt die Drosselung in anderen Industriesektoren sowie den Rückgang bei Silberwaren weitgehend auf. Der Markt bleibt somit zwischen Zinsdruck und struktureller Angebotsknappheit hin- und hergerissen.

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