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Silber Preis: Nahost-Spannungen treiben auf 66,6 Dollar

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Silber profitiert von geopolitischen Risiken und physischem Defizit, während höhere US-Zinsen sowie Handelsunsicherheiten den weiteren Anstieg bremsen.

Silberpreis steigt wegen Nahost-Spannungen auf Zweiwochenhoch
Nahaufnahme von polierten Silberbarren auf einer dunklen, industriellen Oberfläche bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Nahost-Spannungen stützen das Edelmetall

Am Montag kletterte die Notierung für Silber zeitweise auf 66,6 US-Dollar und markierte damit den höchsten Stand seit knapp zwei Wochen. Getrieben wurde die Bewegung vor allem von den Spannungen im Nahen Osten, die das Interesse an krisenfesten Sachwerten verstärkten. An der COMEX ging der Kontrakt zu Wochenbeginn mit einem Schlusskurs von 66,53 US-Dollar je Feinunze aus dem Handel.

In unruhigen weltpolitischen Zeiten suchen Investoren regelmäßig Zuflucht in Edelmetallen. Drohende Eskalationen und militärische Konflikte stärken die Rolle von Silber als Wertspeicher, selbst wenn ein festerer US-Dollar zeitweilig Gegenwind erzeugt. Das Bedürfnis nach Absicherung überwog zu Wochenbeginn die Bremswirkung der US-Währung.

Gipfeltreffen und Zinsdruck belasten

Die Erholung steht jedoch vor einer Belastungsprobe. In dieser Woche richtet sich die Aufmerksamkeit der Rohstoffmärkte auf den bevorstehenden Trump-Xi-Gipfel. Auf der Agenda stehen Debatten über Zölle und Ausfuhrkontrollen für Künstliche Intelligenz.

Diese Verhandlungen sind für das Industriemetall von erheblicher Bedeutung, da die industrielle Nachfrage stark von Komponenten für KI-Hardware sowie von der Photovoltaik abhängt. Neue Handelsbeschränkungen könnten diesen Bedarf spürbar dämpfen.

Hinzu kommt Gegenwind von der geldpolitischen Seite. Vor gut einer Woche hatte die US-Notenbank ihren Leitzins angehoben. Höhere Renditen festverzinslicher Anlagen schmälern üblicherweise die Attraktivität zinsloser Edelmetalle.

Marktlage und Ausblick

Unterstützung erhält der Markt hingegen von den Fundamentaldaten. Das Silver Institute beziffert das Defizit am physischen Markt für das vergangene Jahr auf 40,3 Millionen Unzen.

Für das laufende Jahr 2026 prognostiziert der Branchenverband eine Ausweitung des Fehlbetrags auf 46,3 Millionen Unzen. Zwar dämpfen Einbußen in der Solarbranche die industrielle Verwendung, dafür soll die Nachfrage nach Münzen und Barren im selben Zeitraum um 18 Prozent zulegen.

Mit dem aktuellen Niveau notiert die Feinunze 3,1 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Für Anleger bleibt das Umfeld anspruchsvoll: Die strukturelle Unterversorgung und geopolitische Risiken stützen den Preis, während straffe Zinsen und handelsbezogene Unsicherheiten das Aufwärtspotenzial begrenzen.

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