Silber, Preis

Silber Preis: Münzverkäufe halbieren sich im September

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger US-Münzabsatz und höhere Londoner Vorräte treffen auf schwächeren Industrieverbrauch sowie sinkende Förderung in Mexiko.

Der Silbermarkt erhält widersprüchliche Signale: Stark gesunkene Verkäufe amerikanischer Anlagemünzen treffen auf höhere Londoner Lagerbestände. Das spricht für eine Entspannung am physischen Markt, sofern Händler ihren Bedarf weiterhin aus vorhandenen Beständen decken können. Für den Silberpreis bleibt zugleich die schwächere industrielle Nachfrage ein Belastungsfaktor.

Münzverkäufe fallen deutlich

Die US Mint verkaufte im September 2026 insgesamt 275.000 Silver Eagles. Das waren 52 % weniger als im Vorjahresmonat, wie aus einem gestern veröffentlichten Medienbericht hervorgeht.

Als Erklärung nennt der Bericht gut gefüllte Händlerlager und günstigere Rückkäufe. Händler können ihren Bedarf demnach stärker über bereits umlaufende Münzen decken. Der schwache Absatz neu ausgegebener Münzen lässt sich unter dieser Voraussetzung mit einer weiterhin vorhandenen Silbernachfrage vereinbaren.

Zum breiteren Bild passt allerdings die ebenfalls rückläufige Nachfrage nach Anlagemünzen: Ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht beschreibt die Verkäufe im dritten Quartal als deutlich schwächer als im Vorjahr. Die Lagererklärung trifft damit auf ein Marktumfeld, in dem auch andere Hinweise auf eine zurückhaltende Münznachfrage vorliegen.

Londoner Bestände schaffen Spielraum

Für die Versorgung des Marktes ist diese Aufteilung entscheidend: Ein erheblicher Teil des gelagerten Silbers ist in Anlageprodukten gebunden. Die frei verfügbare Menge beschreibt daher den unmittelbar zugänglichen Puffer genauer als der gesamte Tresorbestand.

Steigende Vorräte können Knappheitsängste dämpfen, sofern das Metall dem Markt tatsächlich zur Verfügung steht.

Industrienachfrage belastet, Förderung liefert Gegenkräfte

Auf der Nachfrageseite erwartet Metals Focus für 2026 einen Rückgang des industriellen Silberbedarfs um 3 % auf knapp 640 Millionen Feinunzen. Als Belastungsfaktoren wurden schwächere Solarnachfrage, Materialeinsparungen und die Substitution von Silber genannt.

Damit hängt die weitere Entwicklung auch davon ab, wie stark industrielle Abnehmer ihren Silberverbrauch reduzieren. Die LBMA verwies bereits auf den Beginn der Kupfersubstitution bei einem führenden chinesischen Solarmodulhersteller.

Auf der Angebotsseite stehen dem Produktionsrückgänge gegenüber. Medienberichten zufolge sank Mexikos Silberförderung im August 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,9 %. Solche Rückgänge können die Versorgung belasten, sofern höhere Lagerbestände sie nicht auffangen.

Der Freitagsschlusskurs von 51,88 USD je Feinunze steht damit zwischen nachlassendem Nachfragedruck und begrenzenden Angebotsfaktoren. Für eine tragfähige Erholung wäre entscheidend, dass die industrielle Abschwächung ausläuft oder Förderausfälle den entlastenden Effekt höherer Vorräte überwiegen.

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