Silber Preis: LONGi startet Kupferzellen-Fertigung
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 05:56 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die internationalen Rohstoffmärkte blicken mit verhaltener Zuversicht auf das politische Parkett: Vor Beginn der UN-Generalversammlung und mit Blick auf einen bevorstehenden Gipfel zwischen den USA und China zeigte sich der Silberpreis gestern gefestigt.
Am Terminmarkt eröffneten die Kontrakte zur Auslieferung im Dezember zunächst bei 66,68 US-Dollar je Feinunze, bevor die Notierung im weiteren Handelsverlauf zeitweise auf 67,07 US-Dollar anzog. Am Spotmarkt verharrte das Edelmetall mit 66,22 US-Dollar je Feinunze weitgehend auf dem Niveau des vorangegangenen Handelstages.
Der jüngste Impuls sorgt für Entlastung nach einer Phase erhöhter Schwankungen. Am Freitag hatte das Edelmetall an der COMEX bei 66,78 US-Dollar je Feinunze geschlossen. Die Erholung folgt auf eine spürbare Konsolidierung nach dem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar, das Ende Januar markiert worden war.
Lagerbestände an der COMEX bleiben solide
Neben den geopolitischen Erwartungen beobachten Händler die physische Verfügbarkeit an den Terminbörsen genau. Davon waren 99,4 Millionen Unzen als lieferbar („registered“) registriert, während 238,7 Millionen Unzen der Kategorie „eligible“ zugeordnet waren. Diese Bestände bilden das fundamentale Rückgrat für die Abwicklung der Kontrakte in New York.
Technologiewechsel in der Industrie dämpft Verbrauch
Gleichzeitig steht die fundamentale Nachfrageseite vor einem spürbaren Strukturwandel. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Silver Institute mit einem Rückgang der Silbernachfrage aus der Solarindustrie um rund 19 Prozent. Auslöser hierfür sind fortlaufende Einsparungen beim Materialeinsatz je Photovoltaikmodul.
Dieser Trend manifestiert sich zunehmend auf der Produktionsebene: Nachdem der Hersteller LONGi im zweiten Quartal die Massenfertigung kupferbasierter Back-Contact-Zellen aufgenommen hat, treiben auch Wettbewerber wie Jinko und Aiko vergleichbare Technologien zur Silbersubstitution voran.
Auch wenn das Silver Institute für 2026 weiterhin von einem rechnerischen Angebotsdefizit von rund 46 Millionen Unzen ausgeht, setzt die fortschreitende Materialsubstitution in der industriellen Fertigung der längerfristigen Preisdynamik klare Grenzen.
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