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Silber Preis: JPMorgan erwartet Solar-Nachfrageeinbruch

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 06:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan erwartet 2026 einen um 30 Prozent niedrigeren Silberbedarf der Solarbranche; geopolitische und geldpolitische Faktoren belasten ebenfalls.

Silberpreis unter Druck: Nahostsignale und Solarnachfrage belasten
Silberbarren liegen auf einer dunklen, industriellen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten dämpft die Nachfrage nach Edelmetallen.

Im Raum steht eine schrittweise Vereinbarung, welche die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen sowie eine Wiederöffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus vorsehen könnte. Diese diplomatischen Signale führten zu einem spürbaren Rückgang der geopolitischen Risikoprämie, was die Notierungen für Silber belastet. Am Freitag ging die Feinunze an der COMEX mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent bei 64,71 US-Dollar aus dem Handel.

Zinssorgen und Verhandlungen dämpfen das Aufgeld

Neben den geopolitischen Entwicklungen lasten weiterhin geldpolitische Faktoren auf dem zinslosen Edelmetall. Starke US-Konjunkturdaten und steigende Renditen bei US-Staatsanleihen belasteten den Markt.

Zuvor hatte unter anderem der Präsident der Chicago-Fed, Austan Goolsbee, gewarnt, dass eine anhaltend robuste Nachfrage die Inflation zusätzlich antreiben könnte.

Bei diesem Gipfeltreffen dürften Handelsfragen, Technologieaspekte rund um künstliche Intelligenz sowie kritische Mineralien auf der Agenda stehen. Händler werten die Verhandlungen als potenziellen Taktgeber für die künftige industrielle Nachfrage.

Nachfragedelle in der Solarbranche bremst Defizit

Auf der Industrieseite zeichnet sich unterdessen eine spürbare Nachfrageverschiebung ab. Medienberichten zufolge prognostizierte das Analysehaus JPMorgan für das Gesamtjahr 2026 einen Einbruch des Silberbedarfs im Solarsektor um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was einem Rückgang um rund 60 Millionen Feinunzen entspricht.

Als wesentliche Treiber gelten ein verringerter Materialeinsatz je Solarmodul sowie eine allgemein nachlassende Industriekonjunktur. Das Silver Institute rechnet für 2026 mit einem Rückgang der globalen Gesamtnachfrage um zwei Prozent.

Trotz dieser temporären Nachfrageschwäche bleibt die fundamentale Angebotsseite angespannt. Da ein erheblicher Teil des weltweiten Silbers als Nebenprodukt bei der Förderung von Kupfer, Blei, Zink und Gold anfällt, reagiert die Minenproduktion kaum kurzfristig auf Marktpreise.

Während vor gut drei Wochen geopolitische Spannungen den Kurs noch antrieben und vor rund zwei Wochen eine US-Leitzinserhöhung die Notierungen dämpfte, bleibt der Markt im Spannungsfeld aus struktureller Knappheit und geldpolitischem Gegenwind. Aktuell notiert Silber mit einem Abschlag von 47 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar.

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