Silber, Preis

Silber Preis: Jobdaten senken Zinsrisiko

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 23:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwache US-Beschäftigungszahlen senkten die Zinserwartungen für Oktober; UBS hält an ihren Silberpreisprognosen für 2026 und 2027 fest.

Silberpreis unter Druck: US-Arbeitsmarktdaten verändern Zinserwartungen
Ein glänzender Silberbarren liegt auf einer dunklen Schieferplatte in einem professionellen Umfeld. Illustration mit AI erstellt.

Der Silbermarkt blickt auf eine von scharfen Stimmungsumschwüngen geprägte Handelswoche zurück. Am Freitag ging die Feinunze an der COMEX mit einem leichten Minus von 1,0 Prozent bei 60,71 USD aus dem Handel. Hinter dieser scheinbar moderaten Tagesbewegung verbirgt sich ein Tauziehen zwischen wiederkehrenden Zinssorgen und unerwartet schwachen US-Konjunkturdaten, die den Edelmetallen zum Wochenausklang eine Atempause verschafften.

Umschwung bei den Zinswetten

Zu Wochenbeginn geriet Silber noch spürbar unter die Räder. Am Montag kletterte der Ölpreis für Brent infolge geopolitischer Spannungen zeitweise auf 107 US-Dollar je Barrel. Die Sorge vor einem neuen Inflationsschub trieb die Renditen der US-Staatsanleihen und den US-Dollar nach oben.

Zudem hatte der New Yorker Fed-Präsident John Williams signalisiert, dass eine weitere Straffung der Geldpolitik bis zum Jahresende angesichts des Preisdrucks angemessen sein könnte. Am Markt wurde die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im Oktober zwischenzeitlich auf 70 Prozent taxiert.

Eine spürbare Gegenbewegung setzte am Freitag mit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ein. Nach Angaben des Bureau of Labor Statistics schufen die Arbeitgeber in den USA im September lediglich 29.000 neue Stellen, während die Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent verharrte.

Die deutliche Verlangsamung des Beschäftigungswachstums veränderte das Zinsszenario schlagartig: Medienberichten zufolge fiel die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt der Federal Reserve im Oktober auf unter 15 Prozent zurück. Für den zinslosen Rohstoff bedeutet das Nachlassen des Renditedrucks eine wichtige Entlastung.

Rekordabwicklungen an den Terminbörsen

Parallel zu den makroökonomischen Impulsen vollzog sich an den Warenterminbörsen der planmäßige Kontraktwechsel. Der September-Kontrakt an der COMEX wurde mit insgesamt 6.773 ausgelieferten Standardkontrakten beendet. Dies entspricht einem Volumen von 33,865 Millionen Feinunzen Silber.

Lieferverzögerungen bei der Silberraffination dauern laut Angaben des Herstellers Scottsdale Mint je nach Ausgangsmaterial weiterhin drei bis vier Monate an, auch wenn verarbeitetes Fertigmetall im US-Markt ausreichend vorhanden bleibt.

Analysten sehen Potenzial für Erholung

Trotz der jüngsten Abwärtswelle bleibt der übergeordnete Ausblick führender Institute konstruktiv. Am 30. September bekräftigte die Schweizer Großbank UBS ihre Kursprognose von 70 US-Dollar je Unze bis Dezember 2026. Bis September 2027 hält das Institut sogar einen Anstieg auf 80 US-Dollar für möglich.

UBS-Stratege Dominic Schnider begründete diese Einschätzung mit der engen Korrelation zum Goldmarkt, einer robusten industriellen Nachfrage sowie einem strukturell begrenzten Angebotswachstum.

Charttechnisch notiert Silber mit einem Abschlag von 7,3 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 65,51 USD. Neue Orientierung dürften die nächsten Arbeitsmarktdaten liefern, die das Bureau of Labor Statistics für den 6. November angekündigt hat.

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