Silber, Preis

Silber Preis: Industrienachfrage fällt auf Vierjahrestief

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 04:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehr Nachfrage nach Barren und Münzen trifft auf schwächeren Schmuck- und Industrieverbrauch sowie ein erwartetes Angebotsdefizit bei Silber.

Silbermarkt im Wandel: Anlageinteresse steigt, Industriebedarf sinkt
Nahaufnahme von rohem Silbergranulat und kleinen Silberbarren auf einer dunklen Schieferplatte. Illustration mit AI erstellt.

Die Nachfragestruktur am globalen Silbermarkt verschiebt sich spürbar. Während das Interesse an physischen Barren und Münzen im laufenden Jahr voraussichtlich um 18 Prozent anzieht, bremsen hohe Notierungen den traditionellen Schmuckkonsum. Für das Gesamtjahr wird in diesem Segment ein Rückgang um mehr als 9 Prozent auf 178 Millionen Feinunzen prognostiziert.

Besonders in preisempfindlichen Märkten wie Indien führt das gestiegene Preisniveau zu Zurückhaltung bei Schmuck und Tafelware. Gleichzeitig verändert sich die industrielle Nachfrage, die mit rund 650 Millionen Unzen auf ein Vierjahrestief zusteuert. In der Photovoltaikbranche dämpfen die sparsamere Dosierung des Edelmetalls sowie die teilweise Substitution durch alternative Materialien die industrielle Verarbeitung.

Lagerbestände und physische Verfügbarkeit

Ein genauer Blick auf die Bestände zeigt die Verteilung des verfügbaren Metalls an den Handelsplätzen. Medienberichten zufolge lagerten in den Lagerhäusern der Terminbörse COMEX zuletzt 338,1 Millionen Feinunzen Silber. Davon entfielen 99,4 Millionen Unzen auf die sofort lieferbare Kategorie, während der größere Teil als hinterlegter Bestand geführt wird.

Auf der Angebotsseite wirken zudem handelsrelevante Beschränkungen. Seit Januar begrenzen chinesische Exportregeln den grenzüberschreitenden Fluss des Edelmetalls, was die weltweite Materialbeschaffung punktuell verknappt. Diese Entwicklung trifft auf einen Gesamtmarkt, für den das Brancheninstitut Silver Institute im laufenden Jahr ein strukturelles Defizit von 67 Millionen Unzen erwartet.

Marktreaktion und charttechnische Einordnung

An den Terminmärkten konnte sich das Edelmetall zum Ende der vergangenen Handelswoche behaupten. Am Freitag ging die COMEX-Notierung bei 66,78 USD je Feinunze aus dem Handel. Damit lag der Kurs 3,8 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 64,34 USD.

Gestern stabilisierte sich der Spot-Preis bei 66,13 Dollar je Feinunze, während der Markt die veränderten Nachfrageimpulse aus Industrie und Anlagehandel neu abwägt.

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