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Silber Preis: Geopolitische Spannungen treiben Safe-Haven-Nachfrage

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 09:59 Uhr | Redaktion boerse-global.de

JPMorgan veranschlagt Silber im Prognosezeitraum bei 60 bis 65 US-Dollar je Feinunze; geopolitische Risiken beleben das Interesse.

Silberpreis im Fokus: Jemen-Konflikt stützt Nachfrage, JPMorgan nennt Prognose
Silberbarren und Anlagemünzen auf einem dunklen Steinhintergrund bei gedimmtem, stimmungsvollem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Neue geopolitische Spannungen im Nahen Osten sorgen an den Rohstoffmärkten zu Beginn der Handelswoche für Bewegung. Berichte über eine Offensive der jemenitischen Regierungstruppen gegen die Huthi-Miliz sowie Angriffe auf die maritime Infrastruktur an der strategisch wichtigen Bab-el-Mandeb-Straße haben die Nachfrage nach krisenfesten Sachwerten wieder belebt. Neben Gold profitiert auch Silber von dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis internationaler Marktteilnehmer.

Zugleich sorgt eine neue Brancheneinschätzung für Aufmerksamkeit: Die US-Bank JPMorgan bezifferte ihre durchschnittliche Preiserwartung für Silber im aktuellen Prognosezeitraum auf 60 bis 65 US-Dollar je Feinunze. Das Institut begründet die vorsichtigere Haltung im Edelmetallsektor primär mit der Sensitivität gegenüber den Realzinsen.

Geopolitische Spannungen treiben Safe-Haven-Nachfrage

Die militärische Zuspitzung im Jemen und die Bedrohung der Schifffahrtsrouten am Roten Meer rücken Versorgungsrisiken wieder in den Fokus. Die Konfrontationen um wichtige Verkehrswege und Energieanlagen verstärken die Inflationsängste an den Ölmärkten, was traditionell das Interesse an physischen Sachwerten anfacht.

Analyst Manoj Kumar Jain verweist auf eine wichtige charttechnische Hürde: Erst ein nachhaltiges Überschreiten der Marke von 62,40 US-Dollar je Feinunze würde bei Silber neues Aufwärtspotenzial freisetzen.

Nach unten hin liege eine bedeutende Unterstützung bei 59,10 US-Dollar. Angesichts der geopolitischen Lage und ausstehender diplomatischer Gespräche zwischen den USA und dem Iran rät Jain vorerst von neuen Engpässen bei spekulativen Engagements ab.

Gemischte Signale für den geldpolitischen Zinspfad

Entlastung erfährt das Edelmetall durch leicht nachgebende Renditen bei den US-Staatsanleihen.

Gleichzeitig bleibt das makroökonomische Umfeld anspruchsvoll. Der US-Arbeitsmarktbericht schwächt Zinserwartungen für die anstehende Sitzung im Oktober nun zwar deutlich ab, doch Vertreter der US-Notenbank wie Austan Goolsbee von der Chicagoer Fed betonen weiterhin, dass alle Optionen für künftige Schritte offenbleiben.

An den Terminmärkten beendete der COMEX-Front-Month-Kontrakt die vergangene Handelswoche bei 60,71 US-Dollar je Feinunze. Damit notiert das Edelmetall weiterhin unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 65,51 US-Dollar. Marktteilnehmer blicken nun auf die Veröffentlichung der anstehenden US-Dienstleistungsdaten und die Protokolle der Federal Reserve, die über die kurzfristige Zinsrichtung entscheiden dürften.

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