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Silber Preis: Fed-Falken bremsen Erholung

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 19:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Strengere Fed-Signale belasten Silber, während Handelsgespräche und der 200-Tage-Durchschnitt zusätzliche Impulse für den Markt liefern.

Silber unter Druck: Fed-Warnungen bremsen die Erholung
Stapel aus silbernen Barren auf einer dunklen Schieferplatte bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Frische Warnungen aus den Reihen der US-Notenbank vor anhaltendem Inflationsdruck bremsen die jüngste Erholung am Edelmetallmarkt aus. Chicago-Fed-Präsident Austan Goolsbee betonte am Montag, dass eine robuste Nachfrage die Teuerung zusammen mit Energie- und Angebotsschocks weiter anheizen könnte.

Da hochrangige Währungshüter die Tür für zusätzliche Zinsschritte offenhalten, geraten zinslose Anlagen wie Silber am Dienstag spürbar in die Defensive.

Falkenhafte Fed-Signale dämpfen Nachfrage

Die Zinserwartungen an den Terminmärkten haben sich nach den jüngsten Wortmeldungen weiter verschärft. Neben Goolsbee signalisierte auch der Präsident der Federal Reserve Bank of St. Louis, Alberto Musalem, dass die Währungshüter ihre Geldpolitik möglicherweise noch weiter straffen müssen.

Ohne entschlossenes Gegensteuern drohe die Kerninflation über einen Zeitraum von 18 Monaten spürbar über dem Zielwert von zwei Prozent zu verharren, warnte Musalem. Unterstützung für einen restriktiven Kurs signalisierte zudem Boston-Fed-Präsidentin Susan Collins.

Für Anleger am Edelmetallmarkt wiegen diese Aussagen schwer. Silber leidet typischerweise unter einem Umfeld dauerhaft hoher oder weiter steigender Zinsen, da festverzinsliche Wertpapiere im Vergleich an Attraktivität gewinnen. Zwar sorgten rückläufige Rohölpreise zu Wochenbeginn für eine leichte Entspannung bei den Inflationserwartungen, doch die Aussicht auf eine anhaltend straffe Geldpolitik dominiert derzeit das Geschehen.

Handelsgespräche und langfristige Erwartungen

Neben den Notenbanken richtet sich die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf die anstehende diplomatische Agenda in den Vereinigten Staaten. Im Rahmen der UN-Generalversammlung in New York sowie bei einem geplanten Spitzentreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping dürften Handelsfragen im Mittelpunkt stehen.

Auf der Agenda stehen unter anderem Zölle sowie chinesische Ausfuhrbeschränkungen für Seltene Erden und strategische Mineralien. Industrielle Rohstoffe wie Silber, das verstärkt in der Solartechnik und Elektronik verarbeitet wird, reagieren traditionell sensibel auf handelspolitische Spannungen zwischen beiden Großmächten.

Wichtige Marken im Chart

Am Montag beendete der COMEX-Front-Month-Kontrakt den Handel bei 66,53 USD je Feinunze, was einem moderaten Tagesverlust von 0,4 Prozent entsprach.

Weiter nach oben begrenzt dagegen der 200-Tage-Durchschnitt bei 72,41 USD das Erholungspotenzial, von dem die Notierung derzeit 8,1 Prozent entfernt bleibt. Erst eine nachhaltige Rückeroberung dieser langfristigen Trendlinie würde das übergeordnete Chartbild wieder deutlicher aufhellen.

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