Silber Preis: Elfmonatstief nach Fed-Entscheid
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deIndiens Freigabe umfangreicher Silberimporte ist kein eindeutiges Signal für eine stärkere Nachfrage. Die am 23. Oktober von Reuters gemeldeten Genehmigungen sollen die Versorgung vor der Festzeit stützen. Zugleich blieb die Nachfrage dem Bericht zufolge schwach. Für den Silberpreis steht damit einer möglichen zusätzlichen Importnachfrage eine weiterhin verhaltene Einschätzung des Verbrauchs gegenüber.
Indien öffnet den Importkanal
Reuters berichtete unter Berufung auf vier Händler mit Importgenehmigungen über zugelassene Einfuhren von rund 6.500 Tonnen Silber über sechs Monate. Die Genehmigungen schaffen damit Spielraum für Lieferungen. Sie belegen jedoch noch nicht, dass die gesamte Menge tatsächlich eingeführt oder von Endabnehmern nachgefragt wird.
Die indische Außenhandelsbehörde hatte die Genehmigung am 22. Oktober veröffentlicht. Die Lizenzen sind nicht verlängerbar. Für Anleger ist deshalb zwischen dem zeitlich begrenzten Zugang zu zusätzlichem Silber und einer dauerhaften Belebung der Nachfrage zu unterscheiden.
Die schwache Nachfrage relativiert die positive Lesart der Importfreigabe. Mehr Spielraum für Einfuhren allein widerlegt die Sorgen um den Silberverbrauch nicht.
Prognose stellt Versorgungslage infrage
Als Belastungsfaktor nannte Metals Focus einen geringeren Silberverbrauch in der Solarzellenfertigung. Diese Einschätzung bildet einen Gegenpol zur Hoffnung, dass größere Importmöglichkeiten in Indien dem Markt zusätzliche Unterstützung geben könnten.
Für 2027 prognostizierte das Haus einen Überschuss von 37,3 Millionen Unzen nach einem Defizit von 35,4 Millionen Unzen. Das ist eine Erwartung, keine bereits eingetretene Veränderung der Marktbilanz. Die Importgenehmigungen allein reichen deshalb nicht aus, um diese Prognose zu entkräften.
Zinserwartungen bleiben der kurzfristige Prüfstein
Neben der physischen Nachfrage belastete zuletzt die geldpolitische Unsicherheit. Am Mittwoch ließ die Federal Reserve den Leitzins unverändert. Medienberichten zufolge gab sie nur begrenzte Hinweise auf ihren weiteren Kurs. Bereits am Dienstag hatten steigende Ölpreise die Erwartung verstärkt, dass die US-Zinsen länger hoch bleiben könnten.
Gestern fiel Silber nach dem Fed-Entscheid auf ein Elfmonatstief. Der Tagesschlusskurs von 52,42 USD je Feinunze unterstreicht die schwache Marktreaktion trotz der indischen Importfreigaben.
Sie gelten als möglicher Einflussfaktor für die Zinserwartungen und damit für Silber. Kurzfristig trifft die Aussicht auf zusätzliche indische Einfuhren somit auf zwei Vorbehalte: eine schwache Nachfrage und einen weiterhin unsicheren US-Zinspfad.
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