Silber Preis: Deutsche Bank warnt vor Marktüberschuss 2027
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 08:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Sog nachgebender US-Anleiherenditen und eines schwächeren US-Dollars hat der Silberpreis am Freitag spürbar zugelegt. Die Notierung kletterte um 2,8 Prozent auf 61,11 US-Dollar je Feinunze und löste sich damit von einem zuvor erreichten Zweimonatstief. Neben den Währungseffekten sorgten nachgebende Rohölpreise für eine Entlastung an den Terminmärkten.
Niedrigere Energiekosten dämpften zuletzt die Sorgen vor anhaltendem Preisdruck.
Geringere Zinstauben stärken traditionell zinslose Edelmetalle gegenüber festverzinslichen Anlagen. Die nächste Zinsentscheidung des Federal Open Market Committee steht am 27. und 28. Oktober 2026 an.
Zuversichtliche Stimmen auf der LBMA-Konferenz
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgten Schätzungen aus der Industrie. Auf der Jahreskonferenz der London Bullion Market Association äußerten sich Branchenvertreter gestern optimistisch über den weiteren Verlauf.
Diese Zuversicht gründet auf der Annahme, dass eine geldpolitische Lockerung und die Nachfrage aus Zukunftstechnologien dem Edelmetall längerfristig Rückenwind geben. Marktbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die Erwartungen der Marktteilnehmer kurzfristig noch von schwankenden Konjunkturdaten abhängig bleiben.
Deutsche Bank verweist auf wachsende Bestände
Gedämpfter beurteilt hingegen die Deutsche Bank die mittelfristige Marktlage. Das Institut hält einen Umschwung von einem Marktdefizit zu einem Überschuss bereits für das Jahr 2027 für möglich. Als wesentlichen Grund führt das Haus stark gefüllte Lager an.
Ende August lagerten demnach mehr als 914 Millionen Unzen Silber in kommerziellen Londoner Tresoren. Davon seien über 300 Millionen Unzen frei verfügbar gewesen, was einem Anstieg um 70 Prozent gegenüber Oktober 2025 entspricht.
Gleichzeitig schwächelt ein wichtiger industrieller Abnehmer. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass der weltweite Silberverbrauch im Solarsektor im Jahr 2026 um mehr als 20 Prozent sinkt. Für den chinesischen Markt prognostiziert das Institut sogar ein Minus von 33 Prozent.
Politisch trug zuletzt auch eine Entspannung im Nahen Osten zur Beruhigung bei. US-Präsident Donald Trump sprach von produktiven Gesprächen mit Iran und schloss militärische Schritte vor den Zwischenwahlen im November aus. Diese geopolitische Entlastung drückte die Ölpreise und nahm zusätzlichen Inflationsdruck aus den Märkten.
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