Silber, Preis

Silber Preis: CPI-Überraschung drückt Kurs unter 58 Dollar

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach stärkerer US-Teuerung fiel Silber zeitweise unter 58 US-Dollar; am Folgetag legte der COMEX-Kontrakt 3,2 Prozent zu.
Silberbarren liegen auf einer dunklen Werkbank vor einem unscharfen Bürohintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die überraschend hartnäckige US-Teuerung hat den Silbermarkt in dieser Woche empfindlich getroffen. Am Mittwoch meldeten die US-Behörden für September einen Anstieg des Verbraucherpreisindex um 3,7 Prozent im Jahresvergleich, während Volkswirte lediglich mit 3,6 Prozent gerechnet hatten.

Die Veröffentlichung löste an den Rohstoffmärkten sofortige Verkäufe aus, da Anleger eine anhaltend restriktive Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve einpreisten. Zeitweise sackte die Notierung daraufhin unter die Marke von 58 US-Dollar je Unze ab.

Renditesprung drückt auf zinslose Edelmetalle

Verantwortlich für den jüngsten Abwärtsdruck waren vor allem die Reaktionen an den Devisen- und Anleihemärkten. Ein anziehender US-Dollar verteuerte das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums zusätzlich. Gegenüber zinstragenden Papieren verloren unverzinste Rohstoffe wie Silber dadurch spürbar an Attraktivität.

Nach dem heftigen Rücksetzer setzte am Donnerstag jedoch eine Gegenbewegung ein. Gestützt durch nachgebende Renditen erholte sich der COMEX-Frontmonat und beendete den Handelstag mit einem Plus von 3,2 Prozent bei 57,60 US-Dollar je Feinunze. Trotz dieser Erholung liegt der Kurs weiterhin rund 53 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar, das Ende Januar markiert worden war.

Lagerbestände steigen vor Fed-Zinsentscheid

Neben den makroökonomischen Impulsen richtet sich die Aufmerksamkeit auf die physischen Bestände. An der COMEX wuchsen die erfassten Silberlager zuletzt leicht an. Die Gesamtbestände erhöhten sich Mitte der Woche um 1,2 Millionen auf 333,2 Millionen Feinunzen. Davon entfielen 103,1 Millionen Unzen auf die sofort lieferbare Kategorie und 230,1 Millionen Unzen auf sonstige anrechenbare Bestände.

Auch auf Unternehmensseite gab es neue Produktionszahlen. Der Bergbaubetreiber Guanajuato Silver meldete für das dritte Quartal eine konsolidierte Ausbeute von 392.138 Unzen Silber.

Die gesamte Produktion belief sich auf 683.675 Unzen Silberäquivalent, was einem Zuwachs von 13,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht. Das Unternehmen begründete den Anstieg mit einem höheren Durchsatz in mehreren Abbaustätten, während Arbeiten im Valenciana-Komplex pausierten.

Für Marktteilnehmer bleibt die geldpolitische Ausrichtung der entscheidende Taktgeber. Am 27. und 28. Oktober tritt der Offenmarktausschuss der Federal Reserve zu seiner nächsten regulären Zinssitzung zusammen. Bis zu dieser Entscheidung dürften Konjunkturdaten und Renditebewegungen den Handlungsspielraum am Silbermarkt maßgeblich vorgeben.

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