Silber Preis: Brandt erwartet fallenden Keil als Boden
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 23:51 Uhr | Redaktion boerse-global.dePeter Brandt hält eine Bodenbildung beim Silber für möglich, erwartet aber keinen explosiven Preissprung. Seine heute veröffentlichte Einschätzung trifft auf ein schwieriges Zinsumfeld. Damit rückt der für den 6. November angekündigte US-Arbeitsmarktbericht als nächste Bewährungsprobe für die Erholung in den Mittelpunkt.
Brandt erwartet einen allmählichen Ausbruch
Brandt erkennt im Chart einen fallenden Keil. Den endgültigen Boden vermutet er etwas unterhalb einer seit 50 Jahren bestehenden Unterstützung bei ungefähr 56 US-Dollar in den Comex-Futures. Die Unterkante der Formation verortet er nahe 48 US-Dollar.
Seine Einschätzung ist vorsichtig optimistisch: Preise im niedrigen Vierzigerbereich erwartet Brandt nicht mehr. Zugleich rechnet er mit einem allmählichen Ausbruch aus der Formation statt mit einer abrupten Aufwärtsbewegung. Für Anleger ist das eine wichtige Einschränkung. Eine mögliche Bodenbildung bedeutet in dieser Lesart noch keinen unmittelbar bevorstehenden kräftigen Anstieg.
Der Spotpreis liegt bei 52,07 USD je Feinunze. Damit bleibt die Frage nach einer tragfähigen Stabilisierung relevant; Brandts Einschätzung bezieht sich allerdings auf den Futures-Chart und ist keine Bestätigung eines bereits abgeschlossenen Bodens.
Hohe Realzinsen begrenzen den Spielraum
Die Gegenposition zur möglichen Bodenbildung liefern die weiterhin hohen Realzinsen. Medienberichten zufolge gilt bei Silberfutures die Marke von 55 US-Dollar als schwer zu überwindender Widerstand vor dem Arbeitsmarktbericht. Die entsprechende technische Einschätzung bevorzugt Verkäufe in steigende Kurse.
Damit stehen sich zwei unterschiedliche Perspektiven gegenüber: Brandt sieht eine mögliche späte Phase der Bodenbildung. Die kurzfristig skeptische Sicht verweist dagegen auf das Zinsumfeld und begrenzten Spielraum vor den Beschäftigungsdaten. Beide Einschätzungen sprechen gegen die Annahme einer bereits gesicherten Trendwende.
Auch die heute gemeldeten Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe lieferten kein Schwächesignal. Sie sanken auf 189.000 nach zuvor 194.000. Erwartet worden waren 196.000 Anträge.
Beschäftigungsbericht entscheidet über den nächsten Impuls
Ein robuster Arbeitsmarkt könnte die Silbererholung belasten. Ein starker Beschäftigungsbericht könnte den Preis laut der Darstellung zu Brandts Einschätzung wieder an die Unterkante des Keils drücken. Schwächere Daten könnten dagegen niedrigere Anleiherenditen und einen weicheren Dollar begünstigen.
Für den offiziellen Bericht werden 65.000 neue Stellen und eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent erwartet. Das sind Prognosen, keine bereits gemeldeten Ergebnisse.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht allein, ob Silber einen Boden ausbildet. Die Erholung muss auch einem möglichen erneuten Zinsdruck standhalten. Brandts Szenario eröffnet eine Stabilisierungsperspektive, lässt aber ausdrücklich Raum für einen langsamen und von Rückschlägen begleiteten Verlauf.
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