Silber, Preis

Silber Preis: Arbeitsmarktbericht entscheidet am Freitag

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Niedrigere US-Anleiherenditen stützen Silber, während der September-Arbeitsmarktbericht Hinweise auf den weiteren Fed-Kurs liefern soll.

Silberpreis bei 61,35 US-Dollar: Renditerückgang bringt Entlastung
Stapel von Silberbarren auf einem dunklen Holztisch in einer professionellen, neutralen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Der Silberpreis hat am Terminmarkt eine Atempause eingelegt. Am Donnerstag schloss der Front-Month-Kontrakt an der COMEX bei 61,35 USD je Feinunze. Rückenwind lieferte vor allem ein Rücksetzer bei den US-Anleiherenditen, die zuvor auf Mehrjahreshochs gestiegen waren.

Zuvor hatte der geldpolitische Gegenwind das Edelmetall spürbar belastet. Vor rund zwei Wochen hob die Federal Reserve ihren Leitzins an, seither verliert Silber 6,6 Prozent. Zusätzliche Verunsicherung brachten Debatten über den weiteren Zinspfad der US-Währungshüter mit sich.

Uneinheitliche Signale aus der US-Notenbank

Für eine vorübergehende Entlastung sorgten vorsichtigere Stimmen innerhalb der US-Notenbank. Fed-Vizepräsident Philip Jefferson sowie New-York-Fed-Präsident John Williams sahen zuletzt keine Dringlichkeit für eine sofortige weitere Zinserhöhung, wenngleich sie Schritte vor Jahresende nicht ausschlossen.

Gleichzeitig mahnten andere Währungshüter zur Härte. Dallas-Fed-Präsidentin Lorie Logan sprach sich für mindestens weitere 50 Basispunkte an Straffungen aus, während Neel Kashkari aus Minneapolis betonte, die Teuerungsrate sei nach wie vor zu hoch.

Am Rentenmarkt setzte daraufhin eine Konsolidierung ein. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel von ihrem Höchststand seit 2002 bei 5,34 Prozent auf etwa 5,24 Prozent zurück. Der nachlassende Zinsdruck verschaffte den Edelmetallen Raum für eine Gegenbewegung, da unverzinsliche Anlagen bei sinkenden Renditen im relativen Vergleich an Attraktivität gewinnen.

US-Arbeitsmarktbericht bestimmt die Richtung

Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich am heutigen Freitag auf die Veröffentlichung der US-Beschäftigungsdaten außerhalb der Landwirtschaft für September. Der Konsens rechnet mit einem Zuwachs von 90.000 Stellen, nach 162.000 im Vormonat August. Das Analysehaus TD Securities prognostiziert mit einem Plus von 50.000 Stellen einen noch deutlich schwächeren Arbeitsplatzaufbau.

Eine merkliche Abkühlung am Arbeitsmarkt könnte die Erwartung untermauern, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung eine Zinspause einlegt. Fällt der Bericht dagegen unerwartet robust aus, dürften erneute Zinserhöhungserwartungen die Edelmetallpreise wieder belasten.

Chartbild bleibt vorerst angespannt

Trotz der Erholung bleibt die kurzfristige Tendenz fragil. Auf Sicht von sieben Tagen weist der Silberpreis einen Rückgang von 5,2 Prozent auf. Erst eine nachhaltige Rückeroberung der überwundenen Hürden würde das technische Bild spürbar aufhellen.

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