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Silber Preis: Angebotsüberschuss 2027 erwartet

Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 06:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Analysten halten 2027 einen Angebotsüberschuss für möglich; wachsende Lagerbestände und nachlassende Industrienachfrage prägen den Ausblick.

Silbermarkt 2027: Lageraufbau und schwächere Industrienachfrage
Nahaufnahme von polierten Silberbarren auf einer Werkbank bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Das Institut hält einen Angebotsüberschuss für das Jahr 2027 für möglich. Als wesentlichen Grund für diese Einschätzung führen die Analysten die spürbare Auffüllung der Lagerbestände an.

Ende August lagerten mehr als 914 Millionen Unzen in kommerziellen Londoner Tresoren. Davon waren nach Angaben der Bank mehr als 300 Millionen Unzen frei verfügbar. Dieser frei verfügbare Bestand ist seit Oktober 2025 um rund 70 Prozent gestiegen. Ein derartiges Polster verringert die Sorge vor akuten Versorgungsengpässen am physischen Markt deutlich.

Industrielle Nachfrage verliert an Dynamik

Dieser Ausblick steht im Kontrast zur Situation der vergangenen Jahre. Gleichzeitig schwächt sich jedoch die industrielle Nachfrage ab, insbesondere durch einen spürbaren Rückgang im Bereich der Photovoltaik.

Die veränderten industriellen Rahmenbedingungen treffen auf ein Marktumfeld, das zunehmend von Vorsicht geprägt ist. Wenn Schlüsselbranchen wie die Solarindustrie ihr Nachfragewachstum drosseln, gerät die bisherige Defizitdynamik ins Wanken. Für Marktteilnehmer gewinnt die Balance zwischen tatsächlicher physischer Verwendung und dem rasch anwachsenden Tresormaterial wieder an Bedeutung.

Zinsdruck bremst die Notierungen

Neben den physischen Lagerbeständen bestimmen makroökonomische Faktoren die Preisentwicklung. Am Montag gab der Silberpreis um 0,9 Prozent nach und schloss bei 60,55 US-Dollar je Feinunze. Ein festerer US-Dollar sowie hohe Renditen bei den US-Staatsanleihen lasten spürbar auf dem zinslosen Edelmetall, das seit Jahresbeginn ein Minus von 14 Prozent verzeichnet.

Zuvor hatten bereits hawkische Zinssignale aus den Reihen der US-Notenbank für anhaltenden Druck gesorgt. Die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer richtet sich heute auf die Veröffentlichung des US-Verbraucherpreisindex, bevor morgen frische Daten zu den Erzeugerpreisen sowie den US-Einzelhandelsumsätzen folgen.

Diese Inflations- und Konjunkturdaten dürften maßgeblich darüber entscheiden, wie viel Handlungsspielraum der US-Geldpolitik verbleibt und ob der Gegenwind für die Edelmetalle vorerst bestehen bleibt.

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