Silber, Preis

Silber Preis: 50 Prozent unter Jahreshoch

Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 20:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hohe Anleiherenditen und ein fester Dollar belasten Silber; Raffination dauert drei bis vier Monate, Fertigmetall ist verfügbar.

Silberpreis fällt trotz schwächerer US-Inflation weiter unter Druck
Ein Stapel roher Silberbarren auf einer dunklen Werkbank bei natürlichem Seitenlicht. Illustration mit AI erstellt.

Schwächere US-Inflationsdaten haben dem Silbermarkt keine nachhaltige Entlastung gebracht. Vor entscheidenden Impulsen aus der weltgrößten Volkswirtschaft geriet das Edelmetall gestern erneut unter Verkaufsdruck.

An der New Yorker COMEX gab der Frontmonat am Mittwoch um 1,8 Prozent auf 60,76 US-Dollar je Feinunze nach. Damit notiert Silber exakt 50 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 121,78 US-Dollar. Im Fokus der Marktteilnehmer stehen heute der US-Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management für das verarbeitende Gewerbe sowie der morgen anstehende US-Arbeitsmarktbericht.

Zinssorgen überlagern schwächere Teuerungsraten

Obwohl die jüngsten US-PCE-Inflationsdaten schwächer als erwartet ausfielen, dominiert an den Rohstoffmärkten weiterhin die Sorge vor einem anhaltend restriktiven geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve. Anleger reagierten vor allem auf die anhaltend hohen Renditen an den Anleihemärkten.

Die Kombination aus festem US-Dollar und attraktiven Festzinsen erhöht die Opportunitätskosten für die zinslose Edelmetallhaltung spürbar.

Parallel belasten geopolitische Nachwirkungen das Sentiment. Die geopolitische Eskalation in der Straße von Hormuz vor gut drei Wochen (seither minus 5,2 Prozent) schürt über erhöhte Energiekosten anhaltende Zweitrundeneffekte bei den Inflationserwartungen. Medienberichten zufolge verstärkten diese Faktoren zuletzt die Umschichtungen institutioneller Händler weg von Industriemetallen hin zu liquiditätsnahen Dollar-Anlagen.

Charttechnische Eintrübung und gespaltene Fundamentaldaten

Die technische Verfassung des Edelmetalls spiegelt diesen Gegenwind wider. Der Research-Anbieter JKCM stufte den mittelfristigen Ausblick für Silber am 29. September als leicht bärisch ein. Als wesentliche Belastungsfaktoren führten die Analysten den Bruch der September-Unterstützungslinie sowie gestiegene reale Haltekosten an. Zugleich bleibe die Erwartung eines anhaltenden Marktdefizits ein stabilisierender Gegenpol auf längere Sicht.

Auf der physischen Seite zeigt sich ein differenziertes Bild zwischen Rohmetallverarbeitung und Endproduktverfügbarkeit. Laut Josh Phair, CEO der Scottsdale Mint, verzögert sich die Silberraffination je nach Material derzeit um drei bis vier Monate, während in den USA zugleich ausreichende Bestände an raffiniertem Fertigmetall abrufbar seien.

Klarheit über die kurzfristige Zinsentwicklung erhoffen sich Marktteilnehmer von den heute anstehenden Einkaufsmanagerdaten sowie den offiziellen US-Beschäftigungszahlen für September am morgigen Freitag. Erst diese Daten dürften zeigen, ob die Fed ihren straffen Kurs im weiteren Jahresverlauf unverändert beibehalten kann.

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