Silber Preis: 14 Prozent Minus seit Jahresstart
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 08:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Silberpreis ringt zu Wochenbeginn mit anhaltendem Gegenwind von den Devisen- und Rentenmärkten. Ein robuster US-Dollar und ein Wiederaufflammen von Inflationssignalen im US-Dienstleistungssektor belasten das weiße Edelmetall spürbar. An der New Yorker COMEX notierte der Frontmonatskontrakt für Silber zuletzt bei 60,71 USD je Feinunze. Damit hält sich das Edelmetall weiterhin in der Nähe seiner jüngsten Zweimonatstiefs auf.
Anhaltender Kostendruck belastet Zinsfantasie
Verantwortlich für die gedämpfte Stimmung ist vor allem das makroökonomische Umfeld in den USA. Die jüngsten Daten des Institute for Supply Management zeigten zwar eine nachlassende Dynamik bei den Dienstleistern. Allerdings kletterte der Subindex für die bezahlten Vorleistungspreise auf 74,0 Punkte. Das ist der höchste Stand seit Juli 2022.
Dieser abrupte Anstieg des Preisdrucks dämpft die Hoffnung auf eine rasche Zinswende. Das Protokoll der vergangenen Notenbanksitzung wird für Mittwoch erwartet und könnte weitere Hinweise auf den Zinspfad liefern.
Für unverzinste Edelmetalle bedeutet dieses Umfeld eine anhaltende Belastungsprobe. Solange die Renditen langlaufender US-Staatsanleihen auf Mehrjahreshochs verharren, greifen institutionelle Anleger bevorzugt zu festverzinslichen Papieren.
Politischer Druck in Europa treibt den Dollar
Zusätzlicher Verkaufsdruck entsteht durch die Stärke der US-Leitwährung. Der US-Dollar profitierte zuletzt von wachsenden politischen und finanzpolitischen Spannungen in der Eurozone. Sorgen über die Haushaltslage in Frankreich und vorgezogene Neuwahlen in Spanien drückten den Euro auf ein 17-Monats-Tief.
Ein erstarkender Dollar verteuert Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollarraums und dämpft damit die weltweite Nachfrage. Seit Jahresanfang verzeichnet Silber ein Minus von 14 Prozent. Die anhaltende Währungsstärke überlagert derzeit geopolitische Risikofaktoren im Nahen Osten, die Edelmetallen üblicherweise als sicherer Hafen Zulauf bescheren.
Charttechnisches Bild bleibt eingetrübt
Auch aus technischer Sicht bleibt die Verfassung des Metalls fragil. Marktbeobachter verweisen auf wichtige Unterstützungen im Bereich knapp unterhalb der Marke von 61 US-Dollar je Unze.
Erst eine nachhaltige Stabilisierung über den jüngsten Zwischenhochs dürfte das kurzfristige Bild aufhellen. Bis dahin dürften die Zinsaussichten der Federal Reserve und die Entwicklung an den Anleihemärkten die Richtung für Silber bestimmen.
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