Siemens Healthineers Aktie: Steuerfragen für Abspaltung geklärt
Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 04:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens Healthineers steckt mitten im Umbau – und ein zentrales Hindernis auf dem Weg dorthin ist nun aus dem Weg geräumt. Anfang August teilte Siemens mit, dass die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich geklärt seien. Das betrifft die geplante Abspaltung von Healthineers vom Mutterkonzern. Veronika Bienert, Finanzvorständin der Siemens AG, verkündete die Klärung.
Die Nachricht setzt einen wichtigen Meilenstein für den geplanten Konzernumbau. Damit rückt ein Prozess näher, der die Aktionärsstruktur und die strategische Ausrichtung von Healthineers grundlegend verändern könnte.
Wie lange die Umsetzung insgesamt dauert, bleibt aber offen – der Finanzvorstand von Siemens Healthineers, Jochen Schmitz, hatte zuvor eingeräumt, dass es bis zu 24 Monate dauern könne, um die Bedingungen für eine Veräußerung der Diagnostics-Sparte zu schaffen.
Prognosekorrektur und Gewinnsprung im Sommer
Die Steuerklärung fällt in eine Phase, in der Siemens Healthineers seine Jahresziele bereits nachjustiert hat. Ende Juli senkte das Unternehmen die Wachstumserwartung für das Geschäftsjahr 2026 auf ein vergleichbares Umsatzwachstum zwischen 3,5 und 4,0 Prozent, nachdem zuvor 4,5 bis 5,0 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Gleichzeitig hob Siemens Healthineers die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie an, auf eine Spanne von 2,35 bis 2,45 Euro.
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. Juni endete, erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 5,76 Milliarden Euro, ein Plus von 1,80 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn je Aktie lag bei 0,60 Euro. Die Kombination aus gedämpftem Umsatzwachstum und steigender Profitabilität deutet darauf hin, dass Siemens Healthineers stärker auf Kosteneffizienz setzt, während das Top-Line-Wachstum hinter früheren Erwartungen zurückbleibt.
Kursverlauf spiegelt gemischte Stimmung
An der Börse zeigt sich diese Gemengelage in einem volatilen Kursbild. Am Montag schloss die Aktie bei 38,86 Euro, nach einem Rückgang von 2,0 Prozent. Über die vergangenen sieben Handelstage summiert sich das Minus auf 1,8 Prozent, während sich der Kurs binnen 30 Tagen um 11 Prozent erholt hat.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Verlust von 13 Prozent zu Buche, verglichen mit dem 52-Wochen-Hoch von 49,78 Euro Ende Oktober liegt die Aktie derzeit rund 22 Prozent im Minus.
Die Investmentbank Berenberg hatte Anfang Juli ihre Einstufung von Buy auf Hold zurückgenommen und das Kursziel von 54 auf 39 Euro gesenkt. Das lag zeitlich vor der Klärung der Steuerfragen und bildet damit einen Zwischenstand, keinen aktuellen Ausblick.
Partnerschaften als operatives Gegengewicht
Neben dem strukturellen Umbau treibt Siemens Healthineers operative Kooperationen voran. Ende Juli wurde eine Partnerschaft mit der Vanderbilt University im Volumen von 87 Millionen US-Dollar bekannt, die medienberichten zufolge auf eine Vertiefung der klinischen Zusammenarbeit abzielt. Solche Vereinbarungen liefern zusätzliche Umsatzimpulse, während der Konzern gleichzeitig an der Trennung der Diagnostics-Sparte arbeitet.
Für Anleger bleibt die Gemengelage komplex: Die geklärte Steuerfrage nimmt Unsicherheit aus der geplanten Aufspaltung, doch die gesenkte Wachstumsprognose und der bis zu zweijährige Zeithorizont für die Diagnostics-Veräußerung dämpfen kurzfristige Euphorie.
Die nächste Gelegenheit zur Standortbestimmung bietet der Auftritt beim Jefferies Swiss Healthcare Summit in Zürich Anfang September, bevor am 5. November die Zahlen zum vierten Quartal vorgelegt werden.
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