Siemens Healthineers Aktie: ELF-Test für MASH ausgeweitet
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 15:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens Healthineers baut seine Aktivitäten in der Diagnostik von Lebererkrankungen aus. Gestern gaben der Medizintechnikkonzern und Novo eine Kooperation bekannt, um die Früherkennung und Versorgung von Menschen mit MASLD und MASH zu verbessern.
Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit steht die Ausweitung des Zugangs zu nicht-invasiven Bluttests, allen voran dem konzerneigenen ELF-Test. Am Markt verzeichnet die Aktie von Siemens Healthineers heute einen leichten Rückgang um 0,8 Prozent auf 37,52 Euro.
Früherkennung statt invasiver Eingriffe
Die metabolische dysfunktionsassoziierte steatotische Lebererkrankung (MASLD) betrifft nach Angaben der Partner fast ein Viertel der US-Erwachsenen. Sie tritt häufig in Verbindung mit Adipositas, Typ-2-Diabetes sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf und gilt als führende Ursache für Lebertransplantationen bei Frauen. Prognosen zufolge könnten die mit der Erkrankung verbundenen Gesundheitskosten bis zum Ende des Jahrzehnts 635 Milliarden US-Dollar übersteigen.
Der von Siemens Healthineers entwickelte ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis) ist in den USA als erster und einziger Bluttest zur Risikobewertung der Progression bei fortgeschrittener Fibrose infolge von MASH zugelassen.
Die Testergebnisse werden nicht durch den Body-Mass-Index beeinflusst und sind über nationale Labore abrechenbar. Ziel der Partnerschaft ist es, die Abhängigkeit von invasiven Leberbiopsien zu verringern.
Michele Zwickl von Siemens Healthineers North America erklärte, dass die Lebergesundheit im Versorgungsalltag noch zu oft unter dem Radar laufe. Michelle Long, Senior International Medical Director für MASH bei Novo, bezeichnete eine frühere Abklärung als wesentlichen Hebel für eine bessere Patientenversorgung.
Kapazitätsausbau in Forchheim und Varian-Impulse
Parallel zum Ausbau des Diagnostikgeschäfts erweitert Siemens Healthineers seine Fertigungskapazitäten in der Bildgebung. In Forchheim eröffnete das Unternehmen eine neue Fabrik zur Herstellung von Halbleitersensoren für photonenzählende Computertomographen, in die rund 100 Millionen Euro investiert wurden.
Auf einer Nutzfläche von rund 9.500 Quadratmetern fertigt der Konzern Cadmiumtellurid-Sensoren, um der steigenden Nachfrage zu begegnen, da der bisherige Produktionsstandort in Japan an Kapazitätsgrenzen stößt. Für das neue Werk sind mehr als 100 Arbeitsplätze vorgesehen.
Hoffnungen auf weitere operative Impulse kommen zudem aus der Strahlentherapie. Das Analysehaus RBC stuft die Aktie weiterhin mit „Outperform“ und einem Kursziel von 45 Euro ein. Analystin Natalia Webster erwartet von der US-Tochter Varian auf der Jahrestagung der Strahlentherapie-Gesellschaft ASTRO die Vorstellung einer neuen Plattform.
Nach ihren Berechnungen könnte ein solches Produkt die Umsätze in der Präzisionstherapie um bis zu 14 Prozent über die Konsensschätzungen heben. Mit einem Kursverlust von 16 Prozent seit Jahresanfang spiegelt die Aktie die jüngsten Pipeline- und Ausbauschritte bislang kaum wider.
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