Siemens Healthineers: 2,8 Millionen Aktien bis August erworben
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 21:41 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Siemens Healthineers treibt seinen Aktienrückkauf weiter voran. Zwischen dem 1. Juni und dem 16. August 2026 erwarb der Medizintechnikkonzern insgesamt 2.824.371 eigene Aktien, wie das Unternehmen mitteilte. Allein in der Woche vom 10. bis 16. August kamen 50.000 Aktien hinzu. Das Programm läuft damit auch dann weiter, wenn operative Kennzahlen zuletzt gemischte Signale sendeten.
Die Papiere legten am heutigen Mittwoch um 1,1 Prozent auf 39,98 Euro zu, nach einem Schlusskurs von 39,55 Euro am Vortag. Über die vergangenen 30 Tage summiert sich der Anstieg auf 14 Prozent – seit Jahresbeginn steht die Aktie damit aber immer noch 11 Prozent im Minus. Der Rückkauf dürfte den Kurs stützen, auch wenn er das grundsätzliche Bewertungsbild nicht verändert.
Guidance gesenkt, Gewinnspanne angehoben
Ende Juli hatte Siemens Healthineers seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr auf 3,5 bis 4,0 Prozent Wachstum gesenkt, nachdem zuvor 4,5 bis 5,0 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Gleichzeitig hob der Konzern die Spanne für das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 2,35 bis 2,45 Euro an, zuvor waren 2,20 bis 2,30 Euro avisiert.
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. Juni endete, wuchs der Umsatz um 1,80 Prozent auf 5,76 Milliarden Euro, nach 5,66 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,49 auf 0,60 Euro.
Diese Kombination aus gesenktem Umsatzausblick und angehobener Gewinnprognose zeigt: Siemens Healthineers verdient pro Umsatzeuro derzeit mehr, wächst dabei aber langsamer als ursprünglich geplant. Für Anleger bleibt die Frage, ob die Margenverbesserung strukturell ist oder vor allem durch Kosteneffekte getrieben wird.
Bildgebung bleibt Schwachstelle
Anfang August bestätigte die UBS ihr Rating „Neutral" für die Aktie mit einem Kursziel von 38 Euro. Als Begründung verwies das Analysehaus auf das organische Wachstum in der Bildgebungssparte, das mit 2,3 Prozent deutlich unter dem Konsens von 5,4 Prozent lag.
Diese Einschätzung datiert vom 3. August und liegt damit mehr als zwei Wochen zurück – als aktuellen Marktkonsens sollte man sie nicht werten, sie zeigt aber, welche Sparte die Diskussion um das Unternehmen weiterhin prägt.
Abspaltung von Siemens rückt näher
Parallel zu den operativen Fragen bewegt sich die geplante Trennung von der Siemens AG voran. Laut einem Bericht von Dow Jones klärte der Konzern Anfang August offene Steuerfragen zur geplanten Abspaltung. Siemens plant demnach, im kommenden Jahr eine Direktabspaltung von 30 Prozent der Anteile an die eigenen Aktionäre vorzunehmen. Der Siemens-Anteil an Healthineers würde dadurch von aktuell 67 Prozent auf unter 40 Prozent sinken.
Für Siemens Healthineers bedeutet das mehr Unabhängigkeit vom Mutterkonzern, aber auch eine veränderte Aktionärsstruktur, die sich erst über die kommenden Monate klären dürfte.
Nächster wichtiger Termin ist die Bilanz zum vierten Quartal, die voraussichtlich am 5. November vorgelegt wird. Bis dahin dürfte der Aktienrückkauf einer der wenigen verlässlichen Kurstreiber bleiben, während sich Wachstumsschwäche in der Bildgebung und die anstehende Neuordnung der Beteiligungsstruktur die Waage halten.
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