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Siemens Energy Aktie: Zehn Milliarden im Visier

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 11:20 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy erwägt Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Industriesparte für über zehn Milliarden Euro. Das Gremium berät heute, die Aktie legt vorbörslich zu.

Siemens Energy: Milliarden-Deal bei Aufsichtsratssitzung im Fokus
Moderne Offshore-Windkraftanlagen bei Sonnenuntergang als Symbol für großskalige Energiewirtschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Zehn Milliarden Euro — das ist die Hausnummer, um die es an diesem Dienstag im Aufsichtsrat von Siemens Energy geht. Das Kontrollgremium trifft sich zu einer Sondersitzung, um über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Sparte Transformation of Industry zu entscheiden. Die Aktie reagiert positiv: Nach Verlusten am Montag ging es am Dienstag im vorbörslichen Handel wieder spürbar nach oben.

Auslöser ist ein Bericht, wonach Siemens Energy Goldman Sachs mit der Vorbereitung eines Bieterverfahrens beauftragt hat. Mehrere Finanzinvestoren wie CVC Capital Partners, EQT und Bain Capital prüfen demnach Offerten, auch Brookfield und KKR sollen Interesse zeigen.

Eine Mehrheitsbeteiligung an der Sparte könnte mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden. Verbindlich ist davon noch nichts — die Gespräche stecken in einem frühen Stadium, und weder Siemens Energy noch die genannten Investoren wollten die Berichte kommentieren.

Widerstand gegen die Abspaltung

Hinter der Debatte steckt eine Strategie von Vorstandschef Christian Bruch, der die Renditeziele der Konzernsparten deutlich anheben will — auf über 18 Prozent Ergebnis-Marge bis 2030, gegenüber aktuell 14 bis 16 Prozent bis 2028. Sparten, die diese Vorgaben verfehlen, drohen laut internen Überlegungen einer Abspaltung. Im Aufsichtsrat und beim Betriebsrat regte sich bereits im Juni Widerstand, verbunden mit der Forderung nach alternativen Szenarien.

Die betroffene Sparte, zu der Dampfturbinen, Generatoren, Kompressoren und Wasserstoff-Elektrolyseure gehören, erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt etwa 17.000 Mitarbeitende.

Operative Stärke als Verhandlungsbasis

Die Umbaudebatte trifft auf ein Unternehmen in guter Verfassung. Zum dritten Quartal meldete Siemens Energy Anfang August einen Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro bei einem Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57. Der Umsatz legte auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro zu, das Ergebnis vor Sondereffekten stieg deutlich.

Auch die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die künftig unter der neuen Marke Omterra firmieren soll, schrieb erstmals seit 2022 wieder schwarze Zahlen.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Bernstein Research bestätigte zuletzt Outperform mit einem Kursziel von 210 Euro, RBC Capital sieht 200 Euro, Morgan Stanley und die Deutsche Bank liegen bei 195 beziehungsweise 210 Euro.

Insgesamt kommen elf Analysten auf ein mittleres Kursziel von 207 Euro, bei einer Spanne von 130 bis 250 Euro und einem klaren Übergewicht an Kaufempfehlungen.

Eine abschließende Entscheidung des Aufsichtsrats wird an diesem Dienstag nicht erwartet. Klarheit zur operativen Entwicklung dürfte frühestens der nächste Zahlentermin am 11. November bringen.

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