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Siemens Energy Aktie: Siemens Gamesa wieder profitabel

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy meldet Rekordumsatz und -aufträge, erstmals wieder Gewinn bei Gamesa. Analysten heben Kursziele an, Aufsichtsrat entscheidet Ende August über Abspaltung.

Siemens Energy: Rekordquartal dank KI-Boom und Gamesa-Wende
Moderne Windkraftanlagen auf dem offenen Meer bei Sonnenaufgang als Symbol für die Erholung im Bereich erneuerbare Energien. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Siemens Energy hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die die Aktie in ein neues Licht rücken: Der Konzern meldete für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordumsatz von 11,4 Milliarden Euro, ein Plus von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch bemerkenswerter fällt der Blick auf die Windkrafttochter Siemens Gamesa aus: Sie erzielte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder einen Quartalsgewinn. Jahrelang hatte die Sparte als Belastung für den Gesamtkonzern gegolten – die Wende markiert damit einen Wendepunkt in der Konzernstory.

Auftragsboom durch KI-Rechenzentren

Neben dem Umsatzsprung sorgte vor allem der Auftragseingang für Aufsehen. Mit 17,9 Milliarden Euro erreichte er im dritten Quartal ein Rekordniveau. Treiber der Nachfrage ist laut Unternehmensangaben vor allem der Ausbau von Infrastruktur für KI-Rechenzentren in den USA – ein Markt, der Netzausrüster und Turbinenhersteller derzeit branchenweit beflügelt. Siemens Energy konkretisierte parallel seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 und erwartet nun das obere Ende der zuvor kommunizierten EBITA-Margenspanne von 10 bis 12 Prozent. Für die Windtochter kommt am heutigen Freitag eine weitere positive Nachricht hinzu: Siemens Gamesa stellt für das Gesamtjahr das Erreichen des Break-even bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten in Aussicht, wie das Windkraft-Journal berichtete.

Die Kombination aus Rekordumsatz, Rekordauftragseingang und einer profitablen Windsparte lässt aufhorchen. Anleger dürften vor allem registrieren, dass sich die einst größte Risikoposition im Konzern – Gamesa – aus der Verlustzone herausbewegt, während das Kerngeschäft mit Gasturbinen und Netzausrüstung von der Rechenzentren-Nachfrage in den USA profitiert.

Analysten reagieren mit angehobenen Kurszielen

Mehrere Häuser reagierten am Tag der Zahlenvorlage mit Kurszielanhebungen. JPMorgan beließ die Einstufung für Siemens Energy bei „Overweight“ und nannte ein Kursziel von 235 Euro. Jefferies bestätigte das Rating „Buy“ mit einem Kursziel von 215 Euro; Analyst Lucas Ferhani hob dabei besonders den starken Auftragseingang im Gaskraftwerksgeschäft hervor. Berenberg setzte sein Kursziel auf 205 Euro. Die Bandbreite der frisch bestätigten Kursziele liegt damit deutlich über dem aktuellen Kursniveau.

Werksausbau und anstehende Strukturentscheidung

Auch operativ bleibt Siemens Energy in Bewegung. Bereits Mitte Juli vollzog der Konzern den Spatenstich für ein neues Werk zur Fertigung von Hochspannungs-Schaltanlagen im US-Bundesstaat Mississippi – ein weiterer Baustein im Ausbau der amerikanischen Produktionskapazitäten für Netzinfrastruktur. Wenige Tage zuvor hatte das Unternehmen zudem angekündigt, die Vorbereitungen für die Einführung einer eigenständigen Marke zu starten.

Für Anleger dürfte der Blick nun auf den 25. August gerichtet sein: An diesem Tag kommt der Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung zusammen, bei der über eine mögliche Abspaltung der Sparte Transformation of Industry entschieden werden soll – jenes Bereichs, der Kompressoren und Dampfturbinen für die Industrie umfasst. Die Entscheidung könnte die Konzernstruktur nachhaltig verändern und dürfte am Markt entsprechend Beachtung finden. Die nächste umfassende Zahlenvorlage folgt dann am 11. November mit den Ergebnissen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026.

Kursreaktion bleibt verhalten

An der Börse zeigte sich die Aktie zuletzt wenig euphorisch: Am heutigen Freitag notiert das Papier bei 153,76 Euro, ein minimales Minus von 0,18 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dagegen ein Plus von 3,31 Prozent zu Buche. Vom 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, ist der Kurs damit noch gut ein Fünftel entfernt. Die im Vergleich zu den fundamentalen Nachrichten eher zurückhaltende Kursreaktion deutet darauf hin, dass ein Großteil der positiven Erwartungen bereits im Vorfeld eingepreist war – seit Jahresbeginn hat die Aktie immerhin schon um 27,71 Prozent zugelegt.

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