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Siemens Energy Aktie: Rekord-Auftragseingang von 17,9 Milliarden

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 18:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy meldet Rekordauftragseingang und starke Gewinnsteigerung, während der Konzern den Markenwechsel zu Omterra und strukturelle Anpassungen vorantreibt.

Siemens Energy: Rekordquartal und strategischer Umbau zur Marke Omterra
Moderne Hochspannungsschaltanlage bei Sonnenaufgang als Symbol für wachsende Energieinfrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Auftragseingang von 17,9 Milliarden Euro verbucht – ein Rekordniveau, das den Auftragsbestand auf 162 Milliarden Euro anwachsen lässt.

Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,57 zeigt: Der Konzern gewinnt deutlich mehr Neugeschäft, als er abarbeitet. Diese operative Stärke steht derzeit im Schatten strategischer Weichenstellungen, die den Konzern in den kommenden Monaten grundlegend verändern werden.

Zahlen zeigen kräftigen Sprung

Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Noch deutlicher fällt der Ergebnissprung aus: Das Ergebnis vor Sondereffekten kletterte auf 1.623 Millionen Euro, nach 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der freie Cashflow vor Steuern verdreifachte sich nahezu auf 2.319 Millionen Euro.

Siemens Energy bestätigte nach diesen Zahlen die bereits nach dem ersten Halbjahr angehobene Jahresprognose: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und eine Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent, mit Tendenz zum oberen Ende. Der Gewinn nach Steuern soll sich auf rund 4 Milliarden Euro belaufen, der freie Cashflow vor Steuern auf etwa 8 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert: Die Windkraftsparte Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein profitables Quartal und liegt damit auf Kurs für den angepeilten Break-even im laufenden Geschäftsjahr. Auch das Geschäft mit Gasturbinen läuft rund – hier rechnet der Konzern für das Segment Gas Services mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 16 bis 18 Prozent bei einer Marge vor Sondereffekten zwischen 14 und 16 Prozent.

Neue Marke, neue Struktur

Parallel zu den starken Zahlen treibt Siemens Energy einen tiefgreifenden Markenwechsel voran. Mitte Juli kündigte der Konzern an, sich künftig zusammen mit Siemens Gamesa Renewable Energy unter der neuen Marke Omterra zu präsentieren.

Der Rebranding-Prozess soll später im laufenden Kalenderjahr beginnen und schrittweise umgesetzt werden. Für die Nutzung des Siemens-Namens zahlt der Konzern der Siemens AG bis 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro an Lizenzgebühren.

Zusätzliche Dynamik erhält die Umbaustory durch die Industriesparte Transformation of Industry, die im vergangenen Geschäftsjahr rund 5,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftete und etwa 17.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Aufsichtsrat hatte eine Überprüfung von Alternativen zur ursprünglich geplanten Abspaltung gefordert und sich am vergangenen Sonntag zu einer Sondersitzung getroffen.

Seither hat die Aktie rund 5 Prozent an Wert verloren. Zum Jahreswechsel im Führungsgefüge kommt es ohnehin: Vinod Philip, derzeit Strategiechef und CTO, übernimmt ab 1. Oktober die Verantwortung für die globalen Funktionen wie IT, Einkauf und Innovation. Anne-Laure de Chammard folgt ab 1. November als Verantwortliche für den Geschäftsbereich Transformation of Industry.

Übernahme stärkt Netzgeschäft

Abgerundet wird das Bild durch die im Juni verkündete vollständige Übernahme der nordirischen Camlin Group, die mit rund 650 Mitarbeitern etwa 104 Millionen Euro Umsatz erzielt. Das auf Netzüberwachung und Digitalisierung von Anlagen spezialisierte Unternehmen soll eigenständig geführt weiterbestehen und das Portfolio im Bereich digitaler Stromnetze stärken. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, der Abschluss steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.

Am Markt notiert die Aktie aktuell bei 152,64 Euro und damit rund 22 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro aus dem April. Der Analystenblick bleibt trotz der jüngsten Kursschwäche positiv: RBC Capital Markets senkte am Donnerstag zwar das Kursziel von 210 auf 200 Euro, bestätigte aber das Rating „Outperform“ – ein Hinweis darauf, dass die operative Stärke des Konzerns die strategische Unsicherheit rund um die Konzernstruktur aus Sicht der Analysten überwiegt.

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