Siemens Energy Aktie: JPMorgan bestätigt 245-Euro-Ziel
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 21:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
JPMorgan hat die Einstufung für Siemens Energy nach Gesprächen mit SpaceX bestätigt: Overweight, Kursziel 245 Euro. Analyst Phil Buller sieht demnach weiterhin hohe Nachfrage nach Gasturbinen und entwarnt damit bei einem Thema, das die Aktie zuletzt belastet hatte – der Sorge, SpaceX könnte mit eigener Turbinenfertigung zum Konkurrenten werden.
Hintergrund ist der Bau einer Turbinenschaufel-Gießerei durch SpaceX in Bastrop, Texas. Das Unternehmen will damit eigene Gasturbinen zur Stromversorgung seiner KI-Rechenzentren fertigen, da Lieferzeiten in der Branche laut Berichten bei rund drei Jahren liegen.
Buller stellt jedoch klar: Die Komponenten sind für den Eigenbedarf an KI-Rechenzentren bestimmt, nicht für den freien Markt. Ein direkter Wettbewerber für Siemens Energy entsteht damit vorerst nicht.
Zweite Stimme bestätigt Kurspotenzial, mahnt aber Lieferkette an
Auch Jefferies bleibt bei Siemens Energy auf der Kaufseite, senkte das Kursziel jedoch von 215 auf 210 Euro. Analyst Lucas Ferhani sieht weiterhin Wertpotenzial, verweist aber auf mögliche Belastungen: Das Gasturbinen-Geschäft könnte seinen Höhepunkt erreicht haben, zudem bremsen hohe Lieferzeiten das Geschäft. Eine sinkende Nachfrage sieht Ferhani jedoch nicht – die Lieferkette selbst bleibt der limitierende Faktor, nicht die Bestellungen der Kunden.
Diese zwei Einschätzungen zeigen: Die grundsätzliche Nachfragestory für Siemens Energy bleibt intakt, während operative Engpässe in der Fertigung im Fokus der Analysten stehen. Beide Kursziele liegen deutlich über dem aktuellen Niveau.
Kurs erholt sich, bleibt aber unter Jahreshoch
Die Aktie von Siemens Energy notiert am Mittwoch bei 142,16 Euro und damit 1,4 Prozent im Plus gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag bei 140,20 Euro. Über die vergangenen sieben Handelstage steht dennoch ein Minus von 6,4 Prozent zu Buche – ein Nachwirken der SpaceX-Sorgen der vergangenen Woche.
Zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie noch 27 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 18 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 68 Prozent.
Strukturelle Nachfrage durch KI-Rechenzentren bleibt Treiber
Eine Studie von Allianz Trade unterstreicht den strukturellen Rückenwind für die Energiebranche: KI-Rechenzentren treiben die Stromnachfrage in Europa deutlich, erneuerbare Energien wirken dabei als Schutzschild gegen Importabhängigkeiten. Im ersten Halbjahr 2026 deckten erneuerbare Quellen bereits 58 Prozent des deutschen Stromverbrauchs.
Für Ausrüster wie Siemens Energy, die sowohl Gasturbinen als auch Netz- und Übertragungstechnik liefern, bedeutet dieser Trend anhaltend hohe Investitionsbedarfe – unabhängig vom SpaceX-Thema, das die Aktie zuletzt in den Schlagzeilen hielt.
Auch der Wettbewerber Vestas profitiert von der Dynamik: Jefferies hob dort das Kursziel von 215 auf 255 dänische Kronen an und sieht den Windturbinenhersteller für die zweite Jahreshälfte gut aufgestellt. Für Anleger in Siemens Energy bleibt die Kernfrage, ob die Lieferkette mit der Nachfrage Schritt halten kann – die jüngsten Analystenkommentare beantworten sie vorsichtig optimistisch.
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