Siemens Energy Aktie: Erholung nach Tiefpunkt
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 11:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Erst Ende Juli markierte die Aktie ihren tiefsten Stand seit Januar. Nur wenige Tage später liefert Siemens Energy die Zahlen, die diesen Rücksetzer vergessen machen könnten. Der Kurs zog im vorbörslichen Handel um 4,3 Prozent auf 157,42 Euro an — Grund war ein drittes Geschäftsquartal, das auf breiter Front über den Erwartungen lag.
Der Auftragseingang kletterte auf vergleichbarer Basis um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro und übertraf die Markterwartungen um rund eine Milliarde Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 162 Milliarden Euro einen Rekordwert. Der Umsatz wuchs vergleichbar um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Sondereffekten mehr als verdreifachte sich auf 1,6 Milliarden Euro. Die bereinigte Marge kletterte auf 14,2 Prozent — 9,1 Punkte mehr als im Vorjahresquartal.
Gamesa dreht ins Plus
Der eigentliche Meilenstein liegt im Windgeschäft. Siemens Gamesa, jahrelang Sorgenkind des Konzerns, erzielte einen operativen Gewinn von 75 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 438 Millionen Euro zu Buche. Erstmals seit 2022 schreibt die Tochter damit wieder schwarze Zahlen — Produktivitätssteigerungen und niedrigere Kosten zeigen Wirkung.
Treiber des gesamten Konzerns bleibt der weltweit steigende Strombedarf. Neue Rechenzentren für KI-Anwendungen, zusätzliche Fabriken und die fortschreitende Elektrifizierung lassen die Nachfrage nach Gasturbinen und Netztechnik kräftig steigen. Vor allem in den USA expandieren Hyperscale-Rechenzentren rasant, während Regierungen im Nahen Osten ihre Investitionen in Stromerzeugung und -übertragung hochfahren.
Prognose bestätigt, Marge tendiert nach oben
Siemens Energy bestätigte die im April angehobene Jahresprognose: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und eine Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent. Das Management rechnet nun tendenziell mit dem oberen Ende dieser Spanne. Der Nettogewinn soll weiterhin rund 4 Milliarden Euro erreichen, der freie Cashflow vor Steuern rund 8 Milliarden Euro.
Nach Monaten mit schwächelndem Kurs liefert das dritte Quartal damit gleich zwei Signale: operative Stärke über alle Sparten hinweg und ein Turnaround bei Gamesa, auf den der Markt lange gewartet hatte.
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