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Siemens Energy Aktie: Aufsichtsrat prüft Aufspaltung

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 14:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy meldet Rekordquartal mit verdreifachtem Gewinn, während der Aufsichtsrat über die Zukunft der Industriesparte berät.

Siemens Energy: Aufsichtsrat erwägt Abspaltung der Industriesparte
Moderne Energieinfrastruktur und Stromleitungen in atmosphärischer Abenddämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Rekordzahlen an einem Tag, eine mögliche Konzernaufspaltung am nächsten Punkt der Agenda — bei Siemens Energy passiert gerade beides gleichzeitig. Während der Energietechnikkonzern seinen Gewinn verdreifacht, denkt der Aufsichtsrat bereits über eine neue Konzernstruktur nach. Das dürfte den Blick der Anleger in den kommenden Wochen doppelt schärfen.

Zahlen bestätigen den Boom bei Gasturbinen

Im dritten Geschäftsquartal kletterte der Auftragseingang um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro — rund eine Milliarde Euro über den Markterwartungen. Der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis verdreifachte sich auf 1,6 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von rund 1,2 Milliarden Euro.

Treiber bleibt das Gasturbinengeschäft, das vom Strombedarf durch KI-Rechenzentren und Elektrifizierung profitiert. Rund ein Fünftel des Neugeschäfts entfällt laut Konzernchef Christian Bruch inzwischen auf KI-bezogene Aufträge. Um die Nachfrage zu bedienen, hat Siemens Energy seine Fertigungskapazität für Industriegasturbinen von 50 auf 80 Einheiten pro Jahr erhöht. Auch die Windkrafttochter Gamesa lieferte einen Überraschungsgewinn von 75 Millionen Euro — nach einem Verlust von 438 Millionen Euro im Vorjahresquartal, allerdings bei rückläufigem Auftragsbestand im Offshore-Geschäft.

Sparte Transformation of Industry vor der Weichenstellung

Parallel zu den starken Zahlen bestätigte Bruch, dass der Aufsichtsrat über eine mögliche Verselbständigung der Sparte Transformation of Industry berät. Das Geschäft mit Dampfturbinen, Kompressoren und Wasserstoff-Elektrolyseuren erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 5,7 Milliarden Euro, konkurriert intern aber um dieselben Kapitalressourcen wie die reinen Stromsparten. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, so Bruch: "Das ist nichts, was wir in Hektik machen." Laut Berichten soll sich der Aufsichtsrat Ende August in einer Sondersitzung erneut mit dem Thema befassen — auch dann wird nicht unbedingt mit einer finalen Entscheidung gerechnet.

Der Konzern selbst befindet sich zudem im Umbau seines Namens: Künftig soll Siemens Energy unter der Bezeichnung Omterra firmieren.

An der Börse kam das Zahlenwerk gut an, die Aktie legte kräftig zu und baute damit ihre Erholung der vergangenen Monate weiter aus. Die kanadische Bank RBC beließ ihr Kursziel bei 210 Euro und bestätigte die Einstufung "Outperform" — das operative Ergebnis habe die Konsensschätzung um 13 Prozent übertroffen. Auch JPMorgan und Bernstein äußerten sich positiv zur Auftragsdynamik im Gaskraftwerksgeschäft.

Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September bestätigte der Konzern: Der Umsatz soll um 14 bis 16 Prozent wachsen, bei der Marge rechnet das Management nun mit dem oberen Ende der Spanne von 10 bis 12 Prozent. Ob die Sondersitzung Ende August tatsächlich eine Richtungsentscheidung zur Industriesparte bringt, bleibt bis dahin offen.

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