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Siemens Energy Aktie: 300 Millionen Euro Lizenzgebühren entfallen

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 22:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Siemens Energy startet Markenwechsel zu Omterra und spart dadurch jährlich 300 Millionen Euro Lizenzgebühren. Rekordquartal untermauert die Eigenständigkeit.

Siemens Energy: Omterra-Rebranding beendet Lizenzzahlungen an Siemens
Moderne Offshore-Windkraftanlagen bei Sonnenuntergang über dem offenen Meer als Symbol für Energietechnik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während sich die Aktie von Siemens Energy nach den Rekordzahlen vom 5. August auf hohem Niveau stabilisiert, rückt ein anderes Thema in den Fokus der Anleger: die geplante Verschmelzung von Siemens Energy und Siemens Gamesa Renewable Energy unter der neuen gemeinsamen Marke Omterra. Der Rebranding-Prozess soll noch in diesem Kalenderjahr beginnen und in Stufen umgesetzt werden.

Ende einer teuren Nebenkostenposition

Mit der Umbenennung verschwindet auch eine finanzielle Altlast: Jährlich rund 300 Millionen Euro an Lizenzgebühren, die bislang an die frühere Konzernmutter Siemens flossen, entfallen künftig. Der Schritt markiert zugleich die endgültige Emanzipation von der einstigen Mutter.

Der Siemens-Anteil an Siemens Energy ist von einst 35 Prozent auf mittlerweile rund 5 bis 6 Prozent gesunken – die neue Marke Omterra soll diese Eigenständigkeit auch nach außen sichtbar machen.

Die Aktie notierte am Freitag bei 161,00 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent auf Tagesbasis. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 4,9 Prozent zu Buche, und seit Jahresbeginn hat das Papier um 34 Prozent zugelegt. Damit bleibt der Titel trotz des Rückgangs zum 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das er am 24. April markierte, ein Gewinner des laufenden Jahres.

Operative Basis für den Umbau

Der Namenswechsel fällt in eine Phase, in der das operative Geschäft so stark läuft wie selten zuvor. Im dritten Quartal 2026 erreichten die Bestellungen mit 17,9 Milliarden Euro einen weiteren Rekordwert, getrieben von einem neuen Höchststand bei Gas Services sowie kräftigen Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.

Der Umsatz kletterte auf vergleichbarer Basis um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, während sich das Ergebnis vor Sondereffekten von 497 Millionen auf 1,623 Milliarden Euro mehr als verdreifachte. Der Gewinn nach Steuern stieg von 697 Millionen auf 1,188 Milliarden Euro.

Besonders bemerkenswert: Siemens Gamesa, künftig Teil der Marke Omterra, meldete erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Ergebnis und ist auf Kurs, im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Damit verliert die frühere Problemsparte gerade rechtzeitig zur Fusion ihren Ruf als Verlustbringer.

Der Auftragsrückstau des Konzerns kletterte zum Quartalsende auf 162 Milliarden Euro, das Buch-zu-Umsatz-Verhältnis lag bei 1,57 – beides Indikatoren für eine gut gefüllte Pipeline, die den Umbau finanziell absichert.

Was der Umbau für Anleger bedeutet

Für Investoren ist die Umbenennung mehr als Kosmetik. Sie fällt zusammen mit dem laufenden Aktienrückkauf, dessen zweite Tranche von bis zu einer Milliarde Euro zwischen dem 4. Juni und dem 30. September 2026 abgewickelt wird. Das Management bekräftigte zudem die Jahresprognose 2026 mit einer erwarteten Konzernmarge nahe der oberen Spanne von 10 bis 12 Prozent und einem freien Cashflow vor Steuern von rund 8 Milliarden Euro.

Mit einem Kurs von 3,7 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und 8,4 Prozent über der 200-Tage-Linie zeigt sich der Titel technisch intakt. Der neue Name Omterra soll diese operative Stärke künftig unter einem einheitlichen Markenauftritt bündeln – ein Symbol für einen Konzern, der sich zunehmend von seiner Historie als Siemens-Abspaltung löst.

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