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Siemens Energy Aktie: 10 Milliarden für Dampfturbinensparte

Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 14:29 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mehrere Finanzinvestoren zeigen Interesse an der Siemens-Energy-Sparte. Zudem stützt die hohe KI-Nachfrage den Kurs. Die Bewertung liegt über zehn Milliarden Euro.

Siemens Energy: KI-Boom und Bieterinteresse treiben Aktie an
Moderne industrielle Kraftwerksanlage mit großen Turbinen in atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Aktie von Siemens Energy legt am heutigen Dienstag um 2,4 Prozent auf 152,78 Euro zu. Auslöser ist neue Bewegung im Verkaufsprozess der Sparte "Transformation of Industry" – und ein optimistischerer Blick auf die Nachfrage aus dem KI-Sektor, der dem Energietechnikkonzern indirekt zugutekommt.

Nach der Aufsichtsratssitzung vor gut einer Woche, in der über eine mögliche Abspaltung des Dampfturbinengeschäfts beraten wurde und die den Kurs zunächst um 4,9 Prozent belastete, zeichnet sich nun ein konkreterer Bieterkreis ab.

Laut Bloomberg haben mehrere große Finanzinvestoren Interesse an einer Mehrheitsbeteiligung bekundet: CVC, EQT, Bain Capital, Brookfield und KKR gelten als mögliche Käufer. Siemens Energy hat demnach Goldman Sachs als Berater für die Transaktion mandatiert.

Bewertung jenseits der zehn Milliarden Euro

Die Sparte, zu der Dampfturbinen, Generatoren und Kompressoren gehören, erzielte im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro. Bei einem Verkauf des Mehrheitsanteils wird eine Bewertung von mehr als 10 Milliarden Euro angesetzt – deutlich über der Schätzung eines RBC-Analysten, der im Juni noch von bis zu 8 Milliarden Euro ausgegangen war. Die höhere Bewertung signalisiert, dass die Nachfrage nach dem Geschäftsbereich stärker ausfällt als noch vor wenigen Monaten erwartet.

Für Anleger ist die Größenordnung relevant, weil ein erfolgreicher Verkauf Siemens Energy erhebliche Mittel für den Ausbau des Kerngeschäfts rund um Netztechnik und Gasturbinen verschaffen würde. Der Konzern hatte die Sparte zuvor unter dem Dach der Restrukturierung gebündelt, ohne bislang einen Käufer öffentlich zu benennen.

KI-Nachfrage stützt zusätzlich

Parallel zur Übernahmespekulation hat die Schweizer Großbank UBS ihre Prognose für globale Investitionen in Künstliche Intelligenz für 2027 angehoben – auf 1,2 Billionen US-Dollar, ein Plus von 15 Prozent gegenüber der bisherigen Schätzung. Da Rechenzentren enorme Mengen an Strom benötigen, profitieren Ausrüster wie Siemens Energy von diesem Trend, auch wenn die Dampfturbinen-Sparte davon nicht das Kernstück ist.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie derzeit knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 155,63 Euro, aber oberhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 150,14 Euro.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,38 Euro, erreicht im April, bleibt das Papier weiterhin rund 22 Prozent entfernt – ein Hinweis darauf, dass die jüngste Erholung den scharfen Rücksetzer der vergangenen Woche erst teilweise ausgleicht.

Der Aufsichtsrat muss über das weitere Vorgehen noch final entscheiden. Bis eine bindende Vereinbarung mit einem der genannten Finanzinvestoren steht, dürfte die Aktie auf jede neue Nachricht aus dem Bieterprozess empfindlich reagieren.

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