Siemens, Aktie

Siemens Aktie: JPMorgan trotzt dem Rutsch

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 05:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Auftragslücke im Digitalbereich bestätigt JPMorgan das Kursziel von 345 Euro. Siemens plant zudem den Abbau hunderter Führungspositionen.

Siemens Aktie: JPMorgan hält an Kaufempfehlung trotz Kursrückgang fest
Industrielle Fertigungsanlage mit Fokus auf glänzenden Metalloberflächen und moderner Industriearchitektur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Starke Zahlen, schwacher Kurs — bei Siemens ging das zuletzt nicht zusammen. Die US-Bank JPMorgan lässt sich davon nicht beirren und bestätigt ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 345 Euro. Der Grund für den Dämpfer an der Börse liegt tiefer als es die Gesamtzahlen vermuten lassen.

Auftragslücke überschattet starkes Quartal

Analyst Phil Buller lobt in seiner aktuellen Studie ein Ergebnis, das die eigenen Erwartungen und die des Marktes insgesamt übertroffen habe. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Im Bereich Digital Industries blieben Aufträge aus, und das so spät in der Berichtssaison, dass Buller selbst davon überrascht wurde. Genau dieser Punkt dürfte den Kursrutsch nach der Zahlenvorlage ausgelöst haben — nachvollziehbar, wie der Analyst einräumt, aber aus seiner Sicht kein Grund, die Aktie neu zu bewerten. Mit Blick auf das neue Geschäftsjahr hält JPMorgan die Titel weiterhin für attraktiv bewertet.

Auch am Markt wird diskutiert, ob der Rücksetzer tatsächlich fundamentale Sorgen widerspiegelt oder ob Anleger nach der starken Kursentwicklung schlicht Gewinne mitnehmen. Ähnliche Fragen stellen sich derzeit branchenweit bei Infrastruktur-Titeln, nachdem etliche Werte aus dem Sektor zuvor kräftig gelaufen waren.

Konzern baut Führungsebene um

Parallel zur Marktreaktion arbeitet Siemens an einem tieferen strukturellen Umbau. Im Rahmen des Programms "One Tech Company" schafft der Konzern offenbar hunderte Chef-Titel ab. CEO Roland Busch informierte betroffene Manager in einem internen Call darüber, dass viele der aktuell rund 300 CEO- und CFO-Positionen in Geschäftseinheiten und Landesorganisationen künftig andere Bezeichnungen tragen sollen, etwa "Head of" oder "Managing Director".

Intern gilt das Thema als heikel — nicht wenige Manager hängen an ihrem Titel. Busch selbst ordnete den Schritt als Teil eines größeren kulturellen Wandels ein: Siemens verstehe sich nicht mehr als Konglomerat einzelner Geschäftseinheiten, sondern als integrierter Technologiekonzern. Die neue Struktur soll am 1. Oktober an den Start gehen, bis dahin dürfte in der Belegschaft weiter Unsicherheit über künftige Titel und Zuständigkeiten herrschen.

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