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Shell Aktie: TotalEnergies übernimmt Ökostromsparte

Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Shell veräußert sein europäisches Onshore-Erneuerbare-Geschäft an TotalEnergies und fokussiert sich damit verstärkt auf Öl und Gas.

Shell verkauft europäische Ökostromsparte an TotalEnergies
Moderne Windkraftanlagen und Solarpaneele bei Sonnenaufgang als Symbol für die Energiewende. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Shell zieht sich aus dem Onshore-Ökostromgeschäft in Europa zurück. Der französische Konzern TotalEnergies hat am Montag eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der er die gesamte Sparte für landbasierte Solar- und Windkraft von Shell übernimmt. Betroffen sind laut TotalEnergies rund 500 Megawatt an Anlagen, die bereits in Betrieb sind oder gebaut werden, hauptsächlich in Italien und den Niederlanden. Hinzu kommt eine Projektpipeline von 3,5 Gigawatt aus Solar-, Wind- und Batteriespeicherprojekten in Italien, Großbritannien und Spanien.

Der Verkauf reiht sich in eine Phase ein, in der Shell sein Portfolio konsequent auf das Kerngeschäft in Öl und Gas ausrichtet und Kapital für Aktienrückkäufe sowie die Dividende freisetzt. Am 14. Juli hatten die Aktionäre von ARC Resources bereits einer Übernahmevereinbarung mit Shell plc und Shell Canada Limited zugestimmt – ein weiterer Baustein der Portfoliosteuerung, wenn auch mit umgekehrter Stoßrichtung im Upstream-Geschäft.

Quartalszahlen zeigen gemischtes Bild

Am 30. Juli hatte Shell seine Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Der Umsatz kletterte auf 94,66 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 86,80 Milliarden US-Dollar deutlich. Beim Gewinn je Aktie verfehlte der Konzern mit 1,76 US-Dollar jedoch die Prognose von 2,80 US-Dollar. Der bereinigte Gewinn lag bei 9,8 Milliarden US-Dollar, der operative Cashflow überstieg 21 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow erreichte rund 17 Milliarden US-Dollar – und das trotz geopolitischer Störungen im Nahen Osten.

Auf der Kostenseite kommt Shell voran: Im ersten Halbjahr 2026 wurden strukturelle Einsparungen von 700 Millionen US-Dollar realisiert. Der Konzern liegt damit auf Kurs, das obere Ende seines Sparziels von 5 bis 7 Milliarden US-Dollar bis Ende 2026 zu erreichen. Für die Investitionen im laufenden Jahr rechnet Shell mit 24 bis 26 Milliarden US-Dollar.

Dividende und Rückkäufe laufen weiter

Shell zahlt für das zweite Quartal eine Zwischendividende von 0,3906 US-Dollar je Stammaktie, umgerechnet 0,7812 US-Dollar je ADS. Der Ex-Dividenden-Tag ist für den 13. August für Stammaktien und den 14. August für ADSs angesetzt, die Auszahlung erfolgt am 21. September. Parallel läuft das Rückkaufprogramm weiter: Zusätzlich zu 3,0 Milliarden US-Dollar an neuen Rückkäufen kommen 1,232 Milliarden US-Dollar aus dem Vorgängerprogramm hinzu, sämtliche zurückgekauften Aktien werden eingezogen. Der Abschluss ist noch vor den Zahlen zum dritten Quartal geplant, die zugehörigen Kontrakte laufen bis zum 23. Oktober.

Am Donnerstag meldete Shell den Rückkauf von 1.625.000 Aktien zur Einziehung: 900.000 Stück an der Londoner Börse, 175.000 über Chi-X in Pfund sowie 550.000 an der Amsterdamer Börse in Euro. Der gewichtete Durchschnittspreis für die Londoner Käufe lag bei 32,9615 Pfund. Zudem verkaufte Finanzvorstand Sinead Gorman am 31. Juli 30.000 Stammaktien zu einem Kurs von 33,686565 Pfund je Aktie, was einem Gesamterlös von gut 1,01 Millionen Pfund entspricht.

Analysten bleiben zuversichtlich

Am Montag bestätigten mehrere Häuser ihre positive Einschätzung zu Shell. Sowohl DBS als auch Berenberg Bank vergaben eine Kaufempfehlung. Piper Sandler hob sein Kursziel von 88 auf 89 US-Dollar an.

Die Aktie schloss am Freitag bei 38,31 Euro und gab damit 1,33 Prozent nach. Vom 52-Wochen-Hoch bei 41,32 Euro, erreicht Ende März, notiert das Papier gut 7 Prozent entfernt. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 6,31 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 22,42 Prozent. Die Kombination aus laufenden Rückkäufen, stabiler Dividendenpolitik und einer klareren Portfoliostruktur nach dem Verkauf des europäischen Ökostromgeschäfts dürfte für Anleger der zentrale Anhaltspunkt bleiben, wenn Shell im Oktober die Zahlen zum dritten Quartal vorlegt.

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