Shell, Aktie

Shell Aktie: Rekordgewinne trotz Förderausfällen

Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 09:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Shell steigert den Quartalsgewinn auf 9,8 Milliarden US-Dollar, während Produktionsprobleme, Rückkäufe und ein bereits gestiegener Aktienkurs Anleger beschäftigen.

Generische Tankstelle bei Dämmerung, hohes Vordach mit LED-Beleuchtung, nasser Betonvorplatz
Shell plc GB00BP6MXD84: fotorealistische Tankstelle bei Abenddämmerung mit leuchtendem Vordach und nasser Vorfahrt Illustration mit AI erstellt.

Ein Liter Benzin für 2,50 Euro an deutschen Tankstellen – was lange als politisches Fernziel galt, ist Realität geworden. Für Ölkonzerne wie Shell bedeutet das hohe Preisniveau vor allem eines: prall gefüllte Kassen. Doch die Rekordgewinne haben eine Kehrseite, die Anleger nicht ausblenden sollten.

Gewinnsprung trotz Produktionsausfällen

Shell steigerte den bereinigten Gewinn im zweiten Quartal auf 9,8 Milliarden US-Dollar. Eine Rekordproduktion in Brasilien und hohe Raffinerieauslastung trugen dazu maßgeblich bei. Im ersten Quartal hatte der Konzern bereits 6,9 Milliarden US-Dollar ausgewiesen – ein Plus von rund 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran wirkt dabei wie ein zweischneidiges Schwert. Die Straße von Hormus, zentrale Route für den globalen Energiehandel, ist durch den Konflikt erheblich beeinträchtigt.

Shells Integrated-Gas-Produktion sank im zweiten Quartal auf 631 Kilobarrel Öläquivalent pro Tag, nachdem eine Gas-to-Liquids-Anlage in Katar von iranischen Angriffen getroffen wurde. Höhere Preise stützen die Erlöse – Förderausfälle fressen einen Teil des Effekts wieder auf.

Bilanz bleibt robust

Finanziell zeigt sich der Konzern unbeeindruckt von den operativen Turbulenzen. Die Nettoverschuldung lag Ende Juni bei 41,8 Milliarden US-Dollar, die Verschuldungsquote bei 19 Prozent. Shell kündigte ein weiteres Aktienrückkaufprogramm von mindestens 3 Milliarden US-Dollar an – bereits das 19. Quartal in Folge mit Rückkäufen dieser Größenordnung. Die Quartalsdividende steigt um 5 Prozent auf 0,3906 US-Dollar je Aktie.

Die hohen Gewinne befeuern zugleich die politische Debatte. US-Präsident Donald Trump forderte Ölkonzerne auf, einen Teil der Profite an Verbraucher weiterzugeben und die Preise zu senken – ein Vorwurf, der auch Shell treffen dürfte.

Bereits eingepreist

Für Anleger stellt sich weniger die Frage nach der Gewinnhöhe als nach der Nachhaltigkeit des Preisniveaus. Shell verzeichnete seit Jahresbeginn Kursgewinne im Bereich von 33 bis 46 Prozent, ähnlich wie Wettbewerber ExxonMobil, Chevron, TotalEnergies und BP. Ein Großteil der aktuellen Gewinnchancen ist damit bereits im Kurs abgebildet.

Chevron-Chef Mike Wirth warnte zuletzt, die Puffer des globalen Ölmarktes seien weitgehend aufgebraucht. Das macht die Preisentwicklung anfällig für Schwankungen in beide Richtungen. Hält die Störung im Nahen Osten an, dürften die Gewinne der Konzerne vorerst gestützt bleiben – eine Entspannung der Lage träfe die Kurse dagegen unmittelbar.

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