Shell, Aktie

Shell Aktie: Malikai-Ausbau auf 40.000 Barrel täglich

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 18:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Shell investiert in die dritte Ausbauphase des Ölfelds Malikai und erwägt laut Berichten den Verkauf der Explorer-Pipeline-Beteiligung. Die Aktie notiert unter dem Rekordhoch.

Shell treibt Malikai-Ausbau voran und prüft US-Pipeline-Verkauf
Offshore-Ölplattform im offenen Meer bei Sonnenaufgang als Symbol für die Energiebranche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Shell hat am heutigen Mittwoch die finale Investitionsentscheidung für die dritte Ausbauphase des Ölfelds Malikai vor der Küste Sabahs in Malaysia getroffen. Das Projekt soll die Förderung am Standort um 60 Prozent von derzeit 25.000 auf 40.000 Barrel pro Tag steigern. Vier neue Ölquellen sind dafür vorgesehen, die Produktion soll im dritten Quartal 2028 anlaufen. Betrieben wird das Vorhaben über die Tochtergesellschaft SSPC im Rahmen eines Gemeinschaftsunternehmens: Shell hält 35 Prozent, ConocoPhillips ebenfalls 35 Prozent, der malaysische Staatskonzern Petronas die restlichen 30 Prozent. Der Ausbau soll dazu beitragen, das Fördermengenziel von 1,4 Millionen Barrel pro Tag bis 2030 zu erreichen.

Der Schritt fällt in eine Woche, in der Shell an mehreren Fronten gleichzeitig aktiv ist – vom Wachstumsprojekt in Südostasien über ein mögliches Portfolio-Bereinigung in den USA bis zu laufenden Kapitalrückführungen an Aktionäre.

Verkauf der Explorer-Pipeline-Beteiligung im Blick

Parallel zum Malaysia-Ausbau prüfen Shell und Phillips 66 laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters den Verkauf ihrer gemeinsamen Mehrheitsbeteiligung von 60,5 Prozent an der Explorer Pipeline in den USA. Die Bewertung des Anteils wird mit rund 3,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt, was etwa dem 13,3-Fachen des für 2025 erwarteten EBITDA von rund 264 Millionen US-Dollar entspräche. Das Volumen der Pipeline war 2025 um 9,5 Prozent auf 578.000 Barrel pro Tag gesunken, die Transportrate fiel auf 2,21 US-Dollar je Barrel. Ein solcher Verkauf würde in das Muster passen, nach dem Shell in den vergangenen Quartalen wiederholt Randbeteiligungen abgestoßen hat, um Kapital für Kernprojekte wie Malikai freizusetzen.

Auch im LNG-Geschäft bleibt Shell aktiv: Für ein schwimmendes Importterminal auf den Bahamas, an dem der Konzern über die Gesellschaft New Providence Gas Ltd mit 40 Prozent beteiligt ist, wurde ECOnnect Energy mit der Umsetzung beauftragt. Die Anlage soll Ende des Jahres in Betrieb gehen und LNG aus dem US-Portfolio von Shell beziehen.

Rückkäufe laufen weiter, Führungskräfte verkaufen Anteile

Auf der Kapitalseite setzt Shell sein Aktienrückkaufprogramm unvermindert fort. Am Dienstag erwarb der Konzern zur Einziehung 875.000 Aktien an der Londoner Börse zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 33,5079 britischen Pfund, weitere 225.000 Aktien über Chi-X zu 33,5053 Pfund sowie 525.000 Aktien an der Amsterdamer Börse zu 39,3261 Euro. Das noch bis zum 23. Oktober laufende Programm wird unabhängig von Shell durch Goldman Sachs International abgewickelt.

Gleichzeitig verkaufte Finanzchefin Sinead Gorman Ende Juli 30.000 eigene Aktien zu je 33,686565 Pfund, insgesamt knapp 1,01 Millionen Pfund. Zusammen mit einem weiteren Verkauf des Chefjuristen summierten sich die Transaktionen der beiden Führungskräfte auf rund 1,3 Millionen Pfund. Solche Insidergeschäfte sind bei Führungskräften großer Energiekonzerne nicht unüblich und stehen dem laufenden Rückkaufprogramm nicht entgegen – sie fallen jedoch in eine Phase, in der Shell operativ von hohen Ölpreisen profitiert hat und im zweiten Quartal mit rund 9,84 Milliarden US-Dollar eines seiner stärksten Ergebnisse der vergangenen Jahre erzielte.

Kurs bleibt unter dem Rekordhoch

An der Börse hat sich das Umfeld für Shell zuletzt etwas eingetrübt. Die Aktie gibt am Mittwoch um 1,04 Prozent nach und notiert bei 38,40 Euro. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 22,70 Prozent, zum Ende März markierten 52-Wochen-Hoch von 41,32 Euro fehlen aktuell 7,07 Prozent. Der Rücksetzer ändert wenig am übergeordneten Aufwärtstrend der vergangenen Monate, zeigt aber, dass die Anleger operative Fortschritte wie den Malaysia-Ausbau und mögliche Portfolio-Verkäufe genau gegen die kurzfristigen Insiderverkäufe abwägen.

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