SharonAI Aktie: Cantor bestätigt Overweight trotz M3-Verzögerung
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 18:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deCantor Fitzgerald hat gestern seine Einstufung „Overweight“ für SharonAI und das Kursziel von 109 US-Dollar bestätigt. Entscheidend ist die Abgrenzung zweier Rechenzentren: Verzögerte Stromarbeiten am Standort M3 betreffen nach der Einschätzung nicht den Standort M2, an dem SharonAI den Nvidia-Vertrag erfüllen soll.
Die Analysten stellen sich damit gegen eine pauschale Übertragung der Ausbauprobleme auf SharonAIs vertraglich zugesagtes Geschäft. Für Anleger ist diese Unterscheidung wichtig: Eine Verzögerung zusätzlicher Infrastruktur bedeutet nicht automatisch, dass bestehende Kundenverpflichtungen gefährdet sind.
Bestehender Betrieb bleibt unberührt
NEXTDC hat Stromarbeiten beim Ausbau des Melbourne-Rechenzentrums M3 verschoben. Weitere Arbeiten sind erst für Februar 2027 vorgesehen. SharonAI betreibt dort rund 2 MW; der bestehende Betrieb bleibt von der Verschiebung unberührt.
Zudem hat SharonAI keine zusätzlichen M3-Kapazitäten in Kundenverträgen oder seiner vertraglich gebundenen Stromkapazität berücksichtigt. Damit fehlt bislang der Beleg dafür, dass die verschobenen Arbeiten bereits zugesagte Leistungen des Unternehmens beeinträchtigen.
Der Vertrag mit Nvidia über 72 MW soll am NEXTDC-Standort M2 erfüllt werden. NEXTDC erwähnte keine Verzögerung für diesen Standort. Das ist keine Garantie für den weiteren Ausbau, begrenzt aber die unmittelbare Bedeutung der M3-Nachricht für SharonAI.
Die Unterscheidung zwischen beiden Standorten ist damit der Kern der bestätigten Analysteneinschätzung. Sie entkräftet einen konkreten Belastungsfaktor, beantwortet jedoch nicht sämtliche Fragen zur Umsetzung der umfangreichen Verträge.
Hoher Vertragswert trifft auf hohe Verluste
Medienberichten zufolge belief sich SharonAIs Vertragswert zum 6. August auf 8,8 Mrd. US-Dollar. Für Anleger ist dabei entscheidend, zwischen vertraglich vereinbartem Geschäft und bereits realisierten Erlösen zu unterscheiden.
Ein hoher Vertragswert allein belegt weder eine profitable Umsetzung noch einen entsprechenden Mittelzufluss. Gerade deshalb bleibt neben der Bereitstellung der Rechenkapazität auch die Ergebnisentwicklung wichtig.
Die berichteten Geschäftszahlen weisen einen Nettoverlust von 430,4 Mio. US-Dollar aus. Davon waren 423,8 Mio. US-Dollar nicht zahlungswirksam. Ein Fair-Value-Verlust auf Wandelanleihen machte 400,4 Mio. US-Dollar aus.
Der ausgewiesene Verlust lässt sich deshalb nicht mit einem gleich hohen Zahlungsmittelabfluss gleichsetzen. Die Größenordnung unterstreicht dennoch, wie stark Bewertungseffekte das Ergebnis prägen und dessen Einordnung erschweren.
Am Markt überwiegt heute weiterhin die Skepsis: Die Tagesveränderung beträgt -12%. Die bestätigte Analysteneinschätzung hat die Verkaufsbereitschaft damit bislang nicht gebrochen.
Für die Bewertung bleibt die praktische Umsetzung der Verträge ausschlaggebend. Die M3-Verzögerung liefert nach den genannten Angaben keinen Beleg für Probleme beim Nvidia-Projekt. Aus dieser begrenzten Entwarnung folgt allerdings noch keine Entwarnung für die gesamte Ergebnis- und Finanzierungsentwicklung von SharonAI.
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