SES, Aktie

SES Aktie: IRIS² umfasst 348 Satelliten

Veröffentlicht am: 28.08.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

SES beteiligt sich an Elveo Mobile, stärkt Direct-to-Device und wirkt an IRIS² mit, während die Aktie nahe dem 52-Wochen-Tief bleibt.

SES investiert in Elveo Mobile und baut Satellitenstrategie aus
Hochmoderne Satellitenkonstellation im Weltraum als Symbol für globale Telekommunikation und Vernetzung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Satellitenbetreiber SES verstärkt seine Ambitionen im Zukunftsmarkt der direkten Satellitenanbindung für Mobiltelefone (Direct-to-Device). Wie am Mittwoch bekannt wurde, investiert das Unternehmen in Elveo Mobile, einen neu formierten Zusammenschluss der Branchenspezialisten Lynk und Omnispace.

Mit diesem Schritt sichert sich SES eine zentrale Position in einer Technologie-Allianz, die darauf abzielt, herkömmliche Smartphones ohne zusätzliche Hardware direkt mit Satellitennetzwerken zu verbinden.

Strategische Partnerschaft mit Elveo Mobile

Durch die Investition stellt SES seine weltweite Infrastruktur zur Verfügung, während Elveo Mobile einen sogenannten Multi-Orbit-Zugang erhält. Dieser umfasst Kapazitäten in der niedrigen (LEO), mittleren (MEO) und geostatischen Umlaufbahn (GEO).

Adel Al-Saleh, CEO von SES, sieht in der Zusammenarbeit einen wichtigen Meilenstein für die Konnektivität der nächsten Generation. Laut Ramu Potarazu, CEO von Elveo, ermöglicht die Kooperation eine nahtlose Integration von Satellitendienstleistungen in bestehende Mobilfunknetze.

Die Allianz reagiert damit auf den wachsenden Wettbewerbsdruck im All, insbesondere durch Anbieter wie Starlink, die ebenfalls an Lösungen für die Mobilfunkanbindung arbeiten. Im Gegensatz zu geschlossenen Systemen setzt das Konsortium um SES auf eine Infrastruktur, die verschiedenen Mobilfunkpartnern offenstehen soll.

Fortschritte beim europäischen Prestigeprojekt IRIS²

Parallel zur Expansion im Privatkundenbereich festigt SES seine Rolle in der europäischen Sicherheitspolitik. Das Unternehmen ist Teil des SpaceRISE-Konsortiums, das zusammen mit Eutelsat und Hispasat den Zuschlag für die Umsetzung von IRIS² erhalten hat. Dabei handelt es sich um eine europäische Satellitenkonstellation, die eine sichere und souveräne digitale Infrastruktur für Regierungs- und Verteidigungszwecke gewährleisten soll.

Das Gesamtbudget für das Projekt wird auf rund 15,6 Milliarden Euro beziffert. Die Planungen sehen den Aufbau eines Netzwerks von 348 Satelliten vor, wobei 330 in der niedrigen und 18 in der mittleren Umlaufbahn positioniert werden sollen.

Medienberichten zufolge sind die ersten Starts für das Jahr 2029 geplant, während der vollständige Betrieb im Jahr 2030 aufgenommen werden soll. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung mit der Europäischen Kommission ist die Einbindung mittelständischer Unternehmen, die rund 30 Prozent der Unteraufträge erhalten sollen.

Markt reagiert verhalten auf Zukunftspläne

Trotz der strategischen Weichenstellungen in Richtung Mobilfunkanbindung und der Beteiligung an milliardenschweren Großprojekten konnte die SES-Aktie zuletzt keine nachhaltige Dynamik entfalten. Das Papier notierte am Donnerstag zum Handelsschluss bei 4,93 Euro und bewegt sich damit weiterhin in der Nähe seines 52-Wochen-Tiefs von 4,80 Euro.

Anleger zeigen sich angesichts der hohen Investitionskosten in der Branche und der langen Zeiträume bis zur Inbetriebnahme neuer Systeme vorsichtig. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch bei 9,97 Euro beträgt derzeit rund 51 Prozent.

Während die technologische Basis durch die Partnerschaft mit Elveo und das IRIS²-Programm verbreitert wird, bleibt die wirtschaftliche Umsetzung dieser Vorhaben ein langfristiges Projekt, dessen erste nennenswerte Umsatzbeiträge erst gegen Ende des Jahrzehnts erwartet werden.

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