Service Aktie: Jahresprognose trotz Gewinnplus gesenkt
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 09:29 Uhr | Redaktion boerse-global.deService Corporation International hat gestern trotz steigender Quartalsgewinne die Jahresprognose gesenkt. Geringere Bestattungsvolumina als zuvor erwartet und höhere Kosten belasten den Ausblick. Die Aktie reagiert heute mit einer Tagesveränderung von -5,6% und notiert bei 67,98 €. Für Anleger überwiegt damit die vorsichtigere Einschätzung des Schlussquartals gegenüber den Zuwächsen im abgelaufenen Berichtszeitraum.
Gewinnausblick bleibt unter den Erwartungen
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie von 3,94–4,04 Dollar. Die bisherige Prognose lag bei 4,10–4,30 Dollar.
Die Kürzung betrifft damit nicht nur die Erwartungen am Markt. Auch die eigene bisherige Planung lässt sich nach Einschätzung des Unternehmens nicht mehr halten. Entscheidend sind die schwächere Volumenannahme im Bestattungsgeschäft und die Kostenbelastung.
Im vierten Quartal 2026 soll der bereinigte Gewinn je Aktie 1,10–1,20 Dollar erreichen. Der Analystenkonsens liegt mit 1,33 Dollar darüber.
Damit zeichnet sich für das Schlussquartal eine Lücke zwischen Unternehmensausblick und Markterwartungen ab. Die bereits erzielten Gewinnsteigerungen reichen nicht aus, um diese Enttäuschung auszugleichen. Der Ausblick liefert deshalb den wichtigeren Maßstab für die negative Kursreaktion.
Quartalswachstum verhindert die Enttäuschung nicht
Im dritten Quartal 2026 erzielte Service Corporation International einen Umsatz von 1.107,3 Millionen Dollar. Das Unternehmen meldete damit ein Plus von 5% gegenüber dem Vorjahresquartal.
Das Umsatzwachstum ging mit einem höheren Ergebnis einher. Allerdings blieb der bereinigte Gewinn je Aktie hinter den Erwartungen zurück. Die Zahlen zeigen somit ein wachsendes Geschäft, aber keine durchgehend überzeugende Ergebnisentwicklung.
Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 0,97 Dollar nach 0,87 Dollar im Vorjahresquartal. Laut MT Newswires hatte die von FactSet erfasste Erwartung bei 0,99 Dollar gelegen.
Auch innerhalb des Geschäfts verlief die Entwicklung unterschiedlich. Während die vergleichbare Vorsorgeproduktion bei Bestattungen und Friedhöfen zunahm, geriet die Profitabilität im Friedhofsgeschäft unter Druck. Wachstum allein bedeutete dort also keine Verbesserung der Marge.
Die Friedhofsbruttomarge sank im dritten Quartal 2026 auf 33,2% nach 34,3% im Vorjahresquartal.
Cashflow-Prognose bleibt bestehen
Anders als beim bereinigten Gewinn hält Service Corporation International an der Jahresprognose für den bereinigten operativen Cashflow fest. Das ist ein Gegengewicht zum schwächeren Ergebnisausblick: Die erwartete Mittelgenerierung wird bislang nicht im gleichen Zug zurückgenommen.
Der Mittelpunkt dieser Prognose für 2026 beträgt 1.085 Millionen Dollar. Für Investitionen sind 335 Millionen Dollar vorgesehen. Den bereinigten freien Cashflow erwartet das Unternehmen bei rund 750 Millionen Dollar.
Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Das Unternehmen wächst und bestätigt seine Cashflow-Erwartung. Gleichzeitig sinkt der erwartete Gewinn je Aktie. Maßgeblich für die weitere Bewertung wird deshalb sein, ob Service Corporation International die Belastungen aus Bestattungsvolumina und Kosten innerhalb des nun vorsichtigeren Ausblicks auffangen kann.
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