Serve Robotics Aktie: Roboter-Technik als Geschäftsmodell
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 13:01 Uhr | Redaktion boerse-global.deServe Robotics will nicht mehr nur Essen ausliefern. Mit den neuen Physical AI Services öffnet das Unternehmen die Technik hinter seiner Roboterflotte für andere Hersteller – und hebt zugleich die Umsatzprognose für 2026 an. Die Aktie notiert nahe ihrem Jahrestief.
Quartalszahlen über den Erwartungen
Im dritten Quartal setzte Serve 2,8 Millionen Dollar um, 313 Prozent mehr als im Vorjahr. Das lag nach Unternehmensangaben über den eigenen Erwartungen. Die Jahresprognose steigt auf 12 Millionen Dollar, zuvor standen 9 bis 10 Millionen im Plan.
Auch die Kosten sinken. Die operativen Ausgaben nach Non-GAAP sollen 2026 bei 150 Millionen Dollar liegen, zu Jahresbeginn waren 160 bis 170 Millionen angepeilt. Der Anteil wiederkehrender Erlöse stieg auf 69 Prozent des Umsatzes. Finanzchef Brian Read spricht von einer Verbesserung der Flottenmarge um mehr als 100 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal und hält die Fortschritte für strukturell.
Bei neuen Lieferplattform-Partnern verdreifachte sich das tägliche Liefervolumen, die Zahl der Händler wuchs auf das 2,5-Fache. Im Oktober startete zudem die erste internationale Stadt in Australien. Im Klinikgeschäft verlängerten zwölf Krankenhäuser ihre Verträge mehrjährig, vier kamen seit Jahresbeginn neu hinzu. Die Liquidität beträgt knapp 198 Millionen Dollar.
Physical AI Services: Technik für Dritte
Parallel dazu startete Serve eine neue Plattform. Sie umfasst drei Produkte: Serve Link verbindet Roboter mit externer Rechenintelligenz, der Data Curator filtert aus Flottendaten die wertvollen Trainingsmomente, und ein Datenkatalog aus den eigenen Gehsteig-Einsätzen soll KI-Modellen das Verständnis städtischer Umgebungen erleichtern.
Zu den Startkunden zählt Bedrock Robotics, das autonome Systeme für Baumaschinen baut. Die Dienste laufen laut Unternehmen bereits in Tausenden Fahrzeugen aus rund einem Dutzend Branchen, darunter Bergbau und autonomer Lkw-Verkehr. Serve betreibt nach eigenen Angaben über 2.000 Roboter in mehr als 40 Städten und 27 Krankenhäusern. CEO Ali Kashani spricht von einer bedeutenden neuen Chance.
Analysten bleiben positiv
Oppenheimer bestätigte das Votum „Outperform“ mit einem Kursziel von 7 Dollar. Die Aktie kostet derzeit 2,32 Dollar und liegt damit nahe dem Jahrestief von 2,25 Dollar. Die Bank sieht die Nachfrage auch jenseits der früheren Uber-Beziehung als robust. Das neue Angebot und die Erfahrungen auf Gehsteigen und in Kliniken seien gut übertragbar, zudem arbeite das Management kostendiszipliniert.
Eine Schwäche bleibt der Mittelabfluss: Das Unternehmen verbrennt weiter schnell Geld, auch wenn die Barreserven die Schulden übersteigen. Der 2026 übernommene Klinikroboter-Spezialist Diligent Robotics erweitert das Geschäft über Gehsteige hinaus. Ob die Plattform für Dritte nennenswerte Umsätze liefert, dürfte sich erstmals an den Zahlen zum vierten Quartal zeigen. Bis dahin steht die Prognose von 12 Millionen Dollar als Messlatte.
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