Semirara, Mining

Semirara Mining Aktie: Stellt Kohlevergabe infrage

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Semirara warnt vor Folgen der Vergaberegeln; das DOE hält am Wettbewerb fest, während die Förderung im zweiten Quartal sank.
Großer Tagebau mit schweren Baumaschinen und Erdschichten bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Semirara Mining stellt die geplante Neuvergabe seines Kohlevertrags infrage. Das Unternehmen warnte am Montag, die Regeln des philippinischen Energieministeriums DOE könnten Investitionen, Förderung und Staatseinnahmen gefährden. Für Anleger steht damit die Fortführung des Minenbetriebs im Mittelpunkt. Der bestehende Vertrag endet am 14. Juli 2027; das Ministerium hält an einem wettbewerblichen Vergabeverfahren fest.

Finanzgebot gegen technische Erfahrung

Nach Darstellung von Semirara soll künftig das höchste Finanzgebot den Ausschlag geben. Technische Kompetenz sei zuvor ebenfalls berücksichtigt worden. Das Unternehmen bemängelt fehlende Vorqualifikation, unbeantwortete Fragen und fehlende Strafen für einen Produktionsausfall. Seine zentrale Warnung: Ein unerfahrener Betreiber könnte keine Kohle fördern und damit auch keine Förderabgaben an den Staat zahlen.

Besonders umstritten ist der Umgang mit den vorhandenen Betriebsmitteln. Semirara erklärt, für eine Bewerbung Maschinen, Lastwagen und schweres Gerät an den Staat abgeben zu müssen. Ein anderer Bieter unterliege dieser Vorgabe nach Unternehmensangaben nicht. Dessen mangelnde Erfahrung ist ebenfalls eine Einschätzung von Semirara, keine bestätigte Feststellung.

Zur Untermauerung seiner Position verweist das Unternehmen auf Zahlungen von P70,5 Mrd. an den Staat innerhalb von 29 Betriebsjahren. Der bestehende Vertrag sieht vorbehaltlich seiner Bestimmungen einen staatlichen Anteil von 30 % an den Nettoerlösen des Kohlebetriebs vor.

Semirara argumentiert damit nicht nur über den angebotenen Preis für einen neuen Vertrag. Das Unternehmen stellt die Fähigkeit zur kontinuierlichen Förderung und zu verlässlichen staatlichen Einnahmen in den Vordergrund. Im Juli beantragte es beim Makati-Gericht eine Klärung seiner Rechte und Pflichten hinsichtlich Anlagen und Informationen.

Ministerium verteidigt den Vergaberahmen

DOE-Energieministerin Sharon Garin erklärte am Montag, die geänderten Regeln beträfen alle Bieter für bereits erschlossene Kohleprojekte mit nachgewiesenen Ressourcen. Für neue, noch unerschlossene Projekte blieben die Regeln unverändert. Das Ministerium verfolgt nach ihren Angaben mehr Energiesicherheit und geringere Kohleexporte.

Bieter sollen mindestens einen Monat zur Vorbereitung ihrer Unterlagen erhalten. Einreichung und Bewertung könnten im November oder Dezember 2026 stattfinden. Einen verbindlichen Abschluss des Verfahrens kündigte Garin damit nicht an.

Die vorherige Ausschreibungsrunde hatte das DOE im September beendet, um die Vergabeparameter zu überprüfen. Die Aussagen des Ministeriums und des Unternehmens setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Das DOE betont die allgemeine Geltung der Regeln, Semirara deren Folgen für den bestehenden Betrieb.

Investitionskürzungen verschärfen den Konflikt

Zusätzlichen Druck erzeugt die Kritik der Verbraucherorganisation NASECORE. Ihr zufolge sank Semiraras Investitionsbudget für 2026 um 68 % auf ?1,9 Mrd. Die Organisation wirft dem Unternehmen vor, den Betrieb zu schwächen, während es einen neuen Vertrag anstrebt.

Damit steht nicht allein die Ausgestaltung der Auktion zur Debatte. NASECORE fordert, künftige garantierte Leistungen stärker zu gewichten. Semirara warnt seinerseits, unzureichende Investitionen könnten Überflutungen begünstigen und den Zugang zu den Acacia-Reserven gefährden.

Die Kohleförderung lag im zweiten Quartal 2026 bei 2,5 Mio. Tonnen. Gegenüber dem Vorjahresquartal entsprach das einem Rückgang um 55 %. NASECORE warnt deshalb vor einer stärkeren Abhängigkeit von Importkohle und höheren Stromkosten.

Für Anleger verbindet sich die Vertragsfrage somit mit einem operativen Risiko. Entscheidend sind sowohl die Bedingungen einer möglichen weiteren Beteiligung Semiraras als auch die Sicherung der Förderung während des Übergangs. Der mögliche Einreichungs- und Bewertungszeitraum ist der nächste konkrete Terminanker; eine Vergabeentscheidung zugunsten des Unternehmens steht nicht fest.

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