Select Energy Services Aktie: Milliardenschwerer Zukauf
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 23:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Select Water Solutions greift tief in die Kasse und schnappt sich einen Konkurrenten aus dem Wasser-Midstream-Geschäft. Die Aktie reagierte am Donnerstag mit einem Kurssprung von rund 20 Prozent nach Börsenschluss — ein Signal dafür, wie stark der Markt diesen Schritt goutiert.
Deal im Delaware-Becken
Select übernimmt Pilot Water Solutions für 700 Millionen Dollar, zuzüglich bis zu 15 Millionen Dollar möglicher Zusatzzahlung. Bezahlt wird mit 600 Millionen Dollar in bar und 100 Millionen Dollar in Aktien der Klasse A. Pilot Water bringt ein dichtes Netz an Entsorgungskapazitäten im Delaware-Becken mit — rund 2,7 Millionen Barrel pro Tag an aktiv genehmigter Kapazität sowie mehr als 1.100 Kilometer Pipeline-Infrastruktur.
Entscheidend ist der Vertragsbestand: 480.000 Barrel pro Tag sind über Mindestabnahmeverträge abgesichert, hinzu kommen 306.000 Acres unter Langzeitverträgen. Mehr als 80 Prozent der Erlöse von Pilot Water stammen aus Verträgen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von über sieben Jahren — ein Detail, das die Ertragsqualität des Zukaufs unterstreicht.
Wasserinfrastruktur wird zum Kerngeschäft
Für 2027 rechnet Select mit einem zusätzlichen EBITDA-Beitrag von 120 bis 130 Millionen Dollar aus der Übernahme, vor Berücksichtigung weiterer Kostensynergien von 10 bis 15 Millionen Dollar. Pilot Water selbst soll 2026 bereits ein bereinigtes EBITDA zwischen 100 und 110 Millionen Dollar erwirtschaften.
Strategisch verschiebt der Deal das Gewicht im Konzern deutlich: Das Segment Wasserinfrastruktur soll 2027 rund 70 Prozent der Konzernprofitabilität ausmachen. Zusammen kommt die neue Einheit auf mehr als 2,5 Millionen Barrel pro Tag an gehandeltem Fördermengenwasser — ein Volumen, das Select in eine deutlich stärkere Marktposition im Perm-Becken bringt.
Trotz der Größenordnung des Deals will Select die Bilanzdisziplin wahren. Die Verschuldung soll nach Abschluss unter dem Zweifachen des EBITDA liegen, finanziert über vorhandene Mittel und zugesagte Kreditlinien von J.P. Morgan und Bank of America.
Die Transaktion soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich üblicher Bedingungen und der kartellrechtlichen Freigabe nach dem Hart-Scott-Rodino Act. Am Freitag, den 25. September, erläutert das Management die Details in einer Telefonkonferenz für Investoren.
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