Schweizer Electronic Aktie: Turnaround geschafft
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 08:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deSchweizer Electronic dreht im dritten Quartal in die Gewinnzone. Der Leiterplattenhersteller aus Schramberg meldet zudem einen Rekord beim Auftragsbestand und konkretisiert seine Jahresprognose. Die Aktie notierte zum Zeitpunkt der Nachricht bei 4,61 Euro, rund vier Prozent im Plus.
Auftragsbestand auf Rekordniveau
Die Nachfrage bleibt hoch. Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten 2026 um 41,2 Prozent auf 228,6 Millionen Euro. Das Book-to-Bill-Verhältnis von 1,6 zeigt: Es kommen deutlich mehr Aufträge herein, als das Unternehmen abarbeitet.
Der Auftragsbestand erreichte zum 30. September mit 282,6 Millionen Euro einen neuen Höchststand. Das sind 45,6 Prozent mehr als Ende 2025. Das Management spricht von einer „exzellenten Basis" für die weitere Geschäftsentwicklung.
Der Umsatz wuchs nach neun Monaten um 9,7 Prozent auf 139,9 Millionen Euro. Besonders dynamisch entwickelten sich die Bereiche außerhalb der Autoindustrie, etwa Industrie, Medizintechnik sowie Luftfahrt und Verteidigung. Ihr Umsatz legte um mehr als 50 Prozent auf 31,3 Millionen Euro zu.
Gewinnzone im dritten Quartal
Beim Ergebnis zeigt sich die Wende deutlicher. Das bereinigte EBITDA lag nach neun Monaten bei 3,5 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum stand noch ein Minus von 0,5 Millionen Euro. Die bereinigte Marge beträgt 2,5 Prozent. Bereinigt wurden Restrukturierungsaufwendungen.
Im dritten Quartal allein erzielte Schweizer ein EBITDA von 2,9 Millionen Euro und ein EBIT von 1,6 Millionen Euro. Unterm Strich blieb ein Periodenergebnis von 0,8 Millionen Euro. Damit schreibt das Unternehmen erstmals im laufenden Jahr auch auf Nettobasis schwarze Zahlen im Quartal.
Prognose präzisiert
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Vorstand nun einen Konzernumsatz zwischen 175 und 185 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA soll 4 bis 6 Millionen Euro erreichen. Positive Effekte erwartet das Unternehmen weiter aus Produktmix und Produktprofitabilität.
Ein Risiko benennt der Vorstand klar: Verfügbarkeit und Preise von Zuliefermaterialien bleiben fragil. Gerade bei der Marge, die noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt, kann das schnell ins Gewicht fallen.
Die Prognose impliziert für das vierte Quartal einen weiteren Umsatzschub. Nach 139,9 Millionen Euro in den ersten neun Monaten müssten mindestens rund 35 Millionen Euro hinzukommen, um die Untergrenze zu erreichen. Der hohe Auftragsbestand liefert dafür das Fundament.
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