Schrodinger Aktie: Bunsen bei Bristol Myers Squibb ausgerollt
Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 19:50 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schrodinger verzeichnet am heutigen Dienstag einen deutlichen Kursanstieg. Die Aktie klettert um 7,1 % auf 17,77 € und setzt damit ihre positive Tendenz der vergangenen Wochen fort.
Haupttreiber für das Vertrauen der Anleger ist die weitreichende Partnerschaft mit dem Pharmariesen Bristol Myers Squibb. Das Unternehmen hat die KI-Software Bunsen nach einer erfolgreichen Pilotphase nun im großen Maßstab in seiner gesamten Forschungsorganisation implementiert.
Strategischer Rollout bei Bristol Myers Squibb
Die Entscheidung von Bristol Myers Squibb markiert für Schrodinger einen wichtigen Meilenstein bei der Kommerzialisierung seiner Technologie. Wie aus Unternehmensmitteilungen und SEC-Unterlagen hervorgeht, wurde Bunsen von einer frühen Testphase in den produktiven Einsatz überführt. Bei der Technologie handelt es sich um einen sogenannten „AI Co-Scientist“, der darauf ausgelegt ist, komplexe Arbeitsabläufe in der molekularen Wirkstoffsuche autonom auszuführen.
Dabei kombiniert das System physikbasierte Simulationen mit künstlicher Intelligenz, um Entdeckungsprozesse in der frühen Phase der Arzneimittelentwicklung zu beschleunigen.
Für Schrodinger bedeutet die Ausweitung des bestehenden Softwarevertrags nicht nur eine Bestätigung der eigenen technologischen Reife, sondern festigt auch die langfristige Zusammenarbeit mit einem der weltweit führenden Pharmaunternehmen. Das Papier notiert aktuell rund 20 % über seinem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt, was die jüngste Dynamik untermauert.
Turnaround bei den Geschäftszahlen
Flankiert wird die operative Nachricht durch eine positive Entwicklung der Finanzen im zweiten Quartal 2026. Schrodinger gelang dabei der Sprung in die Gewinnzone. Während im Vorjahreszeitraum noch ein Nettoverlust von 43 Millionen US-Dollar verbucht werden musste, meldete das Unternehmen nun einen Nettogewinn von 6,0 Millionen US-Dollar. Der Umsatz stieg auf 58,89 Millionen US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen deutlich.
Besonders das Segment der gehosteten Software erwies sich als Wachstumstreiber. Dieser Bereich steuerte zuletzt 47 % zum gesamten Softwareumsatz bei, verglichen mit lediglich 31 % im Vorjahr. Der Annual Contract Value (ACV), eine wichtige Kennzahl für die Stabilität künftiger Einnahmen aus Softwarelizenzen, stieg im Jahresvergleich um 27 % auf 29,6 Millionen US-Dollar.
Angehobene Prognose für die Wirkstoffforschung
Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat das Management die Umsatzziele für den Bereich Drug Discovery angehoben. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Schrodinger hier nun Erlöse zwischen 65 und 75 Millionen US-Dollar. Zuvor lag die Spanne bei 55 bis 65 Millionen US-Dollar. Ein wesentlicher Faktor für diese Anpassung ist eine Meilensteinzahlung in Höhe von 10 Millionen US-Dollar durch Ajax Therapeutics. Das Unternehmen war im April 2026 von Eli Lilly übernommen worden.
Die finanzielle Basis bleibt mit Barmitteln und marktgängigen Wertpapieren in Höhe von 419 Millionen US-Dollar solide. Analysten reagierten bereits im Zuge der Quartalsberichte Anfang August zuversichtlich auf die Fortschritte.
Die Experten von KeyBanc und BMO Capital bekräftigten zu diesem Zeitpunkt ihre Kaufempfehlungen. Sie verwiesen dabei insbesondere auf die Fortschritte bei der KI-Plattform und die Effizienzsteigerungen bei den Betriebsausgaben, die im zweiten Quartal um 6 % auf 74 Millionen US-Dollar gesunken sind.
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