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Scholastic Aktie: Nachbörslicher Ausverkauf trotz Harry-Potter-Fantasie

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 23:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Schwächere Bildungserlöse belasten Scholastic, während das Entertainmentgeschäft wächst und der Vorstand an der Jahresprognose festhält.

Scholastic-Aktie fällt nach enttäuschendem Quartalsstart deutlich
Düstere, stimmungsvolle Bibliothek mit alten Büchern und sanfter Beleuchtung als Symbol für den Buchmarkt. Illustration mit AI erstellt.

Zwölf Prozent Verlust nach Handelsschluss — für den Kinderbuchverlag Scholastic war der Donnerstagabend keine gute Nachricht. Die Quartalszahlen verfehlten die Erwartungen an der Wall Street deutlich, und Investoren reagierten prompt mit einer scharfen Verkaufswelle in der nachbörslichen Sitzung.

Der Umsatz sank im ersten Geschäftsquartal 2027 um vier Prozent auf 216,8 Millionen Dollar, während Analysten mit rund 230,6 Millionen Dollar gerechnet hatten.

Der bereinigte Verlust je Aktie fiel mit 3,63 Dollar größer aus als die erwarteten 3,40 Dollar. Die Aktie brach nachbörslich auf 30,50 Dollar ein, nachdem sie den regulären Handel bei 34,86 Dollar beendet hatte.

Bildungssegment bleibt Sorgenkind

Die Schwäche kam vor allem aus dem Bildungsgeschäft. Schulen und Bezirke halten ihre Ausgaben für Lehrmaterialien weiter zurück — die Erlöse in diesem Segment fielen von 40,1 auf 30,4 Millionen Dollar. Als Gründe nennt Scholastic höhere Fixkosten der Schulbezirke, neue unfinanzierte Vorgaben und das Auslaufen der pandemiebedingten ESSER-Bundesförderung im März.

Der operative Verlust weitete sich insgesamt auf 88,7 Millionen Dollar aus, nach 81,9 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Auch der Cash-Verbrauch im operativen Geschäft stieg auf 94,6 Millionen Dollar. Immerhin sank die Nettoverschuldung deutlich auf 86,8 Millionen Dollar, nachdem im Dezember 2025 Sale-and-Leaseback-Transaktionen abgeschlossen worden waren.

Nicht alles lief schlecht. Das Unterhaltungssegment legte kräftig zu, getrieben von höherer Produktionsaktivität, und verbesserte seine Profitabilität spürbar. Das Management verwies zudem auf ermutigende frühe Buchungszahlen im Book-Fairs-Geschäft, das nun in die wichtige Herbstsaison startet.

Jahresprognose bleibt trotz Verfehlung bestehen

Trotz des enttäuschenden Quartalsauftakts bestätigte der Vorstand die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2027: ein Umsatzwachstum von rund zwei bis vier Prozent sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 135 und 145 Millionen Dollar.

CEO Peter Warwick verwies dabei auf ein besonders starkes zweites Halbjahr, gestützt durch bedeutende Franchise-Termine — darunter eine neue Harry-Potter-Publikationsreihe rund um die geplante HBO-Serie, Dav Pilkeys "Dog Man: A Sprinkle in Time" im November sowie Verlagsaktivitäten zur "Hunger Games"-Filmreihe.

Der Markt zeigte sich davon zunächst unbeeindruckt. Das erste Quartal ist traditionell das umsatzschwächste im Geschäftsjahr des Unternehmens, machte im Vorjahr nur rund 14 Prozent des Jahresumsatzes aus. Dennoch fiel der Rückgang stärker aus als von Analysten erwartet, was die heftige Kursreaktion erklärt.

Die nächste Standortbestimmung folgt mit den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal im Dezember. Bis dahin muss Scholastic zeigen, dass die angekündigte Wachstumsbeschleunigung durch Book Fairs, das Verlagsgeschäft und die Entertainment-Sparte tatsächlich greift.

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