Schneider Electric Aktie: Griff nach Bulgariens Tech-Perle
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schneider Electric greift nach einem kleinen, aber schnell wachsenden Player im Smart-Home-Markt. Der französische Elektrokonzern hat mit der Shelly Group ein Investment Agreement unterzeichnet, das ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot vorbereitet. 70 Euro je Aktie in bar soll es für die Bulgaren geben — eine Bewertung von rund 1,2 Milliarden Euro.
Der Preis liegt deutlich über dem, was der Markt vor Bekanntwerden der Gespräche für Shelly ansetzte. Bezogen auf den unbeeinflussten Referenzkurs Ende Juli 2026 entspricht das Angebot einer Prämie von 27 Prozent. Erste Gerüchte über einen möglichen Deal kursierten bereits im Juli, damals bestätigte Shelly lediglich laufende Gespräche.
Gründer sichern den Deal ab
Entscheidend für die Erfolgsaussichten ist die Rückendeckung der Eigentümerseite. Die beiden Gründer Dimitar Dimitrov und Svetlin Todorov halten zusammen rund 57 Prozent der Anteile und stehen hinter der Transaktion. Dimitrov verpflichtet sich, seine Aktien anzudienen und einen Teil des Erlöses gemeinsam mit Schneider Electric zu reinvestieren — er soll gemeinsam mit Co-CEO Wolfgang Kirsch auch nach dem Deal an der Spitze bleiben.
Für Schneider Electric zählt bei diesem Zukauf die Technologie. Shelly hat sich vom reinen Hersteller vernetzter Steckdosen und Sensoren zu einer softwaregetriebenen Plattform für Energiemanagement in Wohn- und Gewerbegebäuden entwickelt. Genau dieses Segment will der Konzern ausbauen — Shellys IoT-Know-how soll künftig mit der globalen Reichweite und Energiemanagement-Expertise des Käufers verzahnt werden.
Bemerkenswert ist die Zusage zum Standort: Schneider Electric will den Hauptsitz in Sofia sowie Organisation und Belegschaft für mindestens drei Jahre nach Vollzug erhalten — inklusive Forschung, Entwicklung und Vertrieb. Damit reagiert der Käufer auf mögliche Bedenken, ein bulgarisches Vorzeigeunternehmen könnte nach einer Übernahme seine Substanz verlieren.
Voraussetzung für den Abschluss ist eine Mindestannahmeschwelle von 95 Prozent des Grundkapitals. Erst dann könnte Schneider Electric ein Delisting der Shelly-Aktie anstreben. Die bulgarische Finanzaufsicht FSC soll das Angebot in Kürze zur Registrierung erhalten, ihre Freigabe wird für Ende November oder Anfang Dezember 2026 erwartet. Der eigentliche Vollzug der Übernahme ist für das erste Quartal 2027 terminiert.
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