Schmid Aktie: Margen bremsen Rally
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 16:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Auftragslage, schwache Marge — bei Schmid klaffen die beiden Kennzahlen im ersten Halbjahr 2026 deutlich auseinander. Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit einem Kursrückgang von rund 7 Prozent auf 4,51 Dollar, nachdem das Papier zuvor bereits deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch von 10,65 Dollar notierte. Über die vergangenen zwölf Monate steht dennoch ein Plus von 78 Prozent zu Buche.
Der Halbleiterausrüster aus Freudenstadt meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Umsatz von 46,0 Millionen Euro, nach 16,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das zweite Quartal legte gegenüber dem ersten um 53 Prozent zu, getrieben von einem Sprung der Ausrüstungserlöse auf 39,4 Millionen Euro.
Unterm Strich stand allerdings ein Nettoverlust von 47,8 Millionen Euro, der laut Unternehmensangaben vor allem auf nicht zahlungswirksame Effekte aus der Umwandlung der XJ-Harbour-Verbindlichkeit in Aktien im Januar zurückgeht.
Margenziel deutlich gekappt
Der eigentliche Wermutstropfen der Zahlen ist die Profitabilität. Die Bruttomarge lag bei 21,2 Prozent — belastet durch geringere Skaleneffekte und eine Verschiebung des Geschäfts Richtung China, wo die Margen niedriger ausfallen. Das Management senkte die Prognose für die bereinigte EBITDA-Marge 2026 auf 6 bis 9 Prozent, nachdem zuvor mehr als 12 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.
Der operative Cashflow verzeichnete einen Abfluss von 29,3 Millionen Euro, größtenteils bedingt durch Investitionen ins Working Capital. Gleichzeitig hat Schmid die Bilanz sichtbar entlastet: Die Finanzverbindlichkeiten sanken um rund 30 Millionen Euro, davon 30,75 Millionen Euro über einen Debt-to-Equity-Swap. Zusätzlich kamen 33 Millionen Euro an frischem Kapital herein, unter anderem über eine im Juli abgeschlossene Wandelanleihe über 20 Millionen Dollar.
Auftragsbücher füllen sich
Der Auftragseingang erreichte bis Mitte August 96,6 Millionen Euro und damit den Löwenanteil der für 2026 anvisierten Spanne von 125 bis 150 Millionen Euro.
Das Management rechnet damit, im oberen Bereich dieser Spanne zu landen — getrieben von Investitionen in Flip-Chip-BGA-Substrate und AI-Serverboards. Für das Gesamtjahr bleibt das Umsatzziel von mindestens 100 Millionen Euro bestehen, was im zweiten Halbjahr Erlöse von über 54 Millionen Euro voraussetzt.
Strukturell will Schmid seine chinesische Fertigung ausbauen: Ein neuer, unternehmenseigener Standort in Zhongshan soll die aktuelle Kapazität von rund 50 Millionen Euro auf etwa 100 Millionen Euro verdoppeln.
Die Investitionssumme von rund 11 Millionen Euro verteilt sich über die kommenden zwölf Monate, betriebsbereit soll die Anlage jedoch erst im vierten Quartal 2027 sein — ein langer Zeithorizont, in dem sich die aktuelle Kapazitätsenge in China erst noch auflösen muss.
Auf der Produktseite verweist das Unternehmen auf Fortschritte bei Glass-Core-Substraten, einer Technologie, die in den Lieferketten von Intel, Nvidia und AMD zunehmend Beachtung findet. Der Auftragsbestand von 95 Millionen Euro gilt laut Management als Rekordwert und fließt größtenteils erst 2027 in den Umsatz ein — die eigentliche Bewährungsprobe für die Marge liegt damit noch vor dem Unternehmen.
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