Schindler, Aktie

Schindler Aktie: Wachstum gewinnt an Tempo

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 15:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Höhere Bestellungen und ein Gewinnplus prägen das Quartal; für das Gesamtjahr setzt Schindler eine höhere EBIT-Marge an.
Schindler Holding AG (ISIN CH0024638196) zeigt gläsernen Aufzugschacht mit Rolltreppen in modernem Bürogebäude-Atrium Illustration mit AI erstellt.

Der Aufzughersteller liefert im dritten Quartal, was er im Frühjahr angekündigt hatte: Wachstum kehrt zurück, und die Marge zieht an. Das Management hebt daraufhin das Margenziel für das Gesamtjahr an. Die Aktie legte im Handel zeitweise um mehr als sieben Prozent zu.

Auftragseingang beschleunigt sich

Der Auftragseingang stieg im dritten Quartal in Lokalwährungen um 10,3 Prozent auf 2,94 Milliarden Franken. Im Vorjahresquartal waren es nur 0,7 Prozent. Der Umsatz wuchs um 5,1 Prozent auf 2,83 Milliarden Franken, nach einem leichten Rückgang 2025.

Besonders stark lief das Neuanlagengeschäft mit einem Plus von 15,9 Prozent beim Auftragseingang. Bei der Modernisierung legten die Bestellungen in Europa, China und im übrigen Asien jeweils zweistellig zu. Konzernchef Paolo Compagna spricht von einer Trendwende: Das organische Wachstum sei zurück, die Strategie zahle sich aus.

Marge klettert auf 14 Prozent

Das Betriebsergebnis erreichte 396 Millionen Franken, die EBIT-Marge 14,0 Prozent. Das sind 100 Basispunkte mehr als vor einem Jahr. Der Konzerngewinn stieg um 17 Prozent auf 310 Millionen Franken, der Gewinn je Aktie auf 2,81 Franken. Damit übertraf Schindler die Erwartungen der Analysten, die mit 2,59 Franken gerechnet hatten.

Für das Gesamtjahr peilt der Konzern nun eine EBIT-Marge von rund 13,5 Prozent an, zuvor waren es 13,0 Prozent. Finanzchefin Carla De Geyseleer verweist auf operative Fortschritte. Die erwarteten Restrukturierungskosten sinken zudem auf bis zu 40 Millionen Franken, vorher standen bis zu 60 Millionen im Plan.

Die Umsatzprognose bleibt unverändert bei einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Lokalwährungen.

Gegenwind aus China

Der Ausblick ist nicht frei von Risiken. Der Neuanlagenmarkt in China schrumpft weiter, für 2026 rechnet Schindler dort mit einem Rückgang von mehr als 10 Prozent. Weltweit erwartet das Unternehmen bei Neuanlagen ein Minus von 5 bis 10 Prozent. Die Modernisierung soll dagegen um 5 bis 10 Prozent wachsen.

Hinzu kommen Kosten: Die Inflation belastet 2026 mit etwa 35 Millionen Franken, die Zölle schlagen mit rund 15 Millionen Franken auf den Bruttogewinn durch. Preismaßnahmen und Effizienzgewinne sollen das laut Management auffangen.

Im operativen Geldfluss zeigt sich das Bild gemischt. Im Quartal stieg er auf 286 Millionen Franken, über neun Monate lag er wegen des höheren Nettoumlaufvermögens mit 903 Millionen Franken unter dem Vorjahr.

Die nächste Orientierung liefert der Kapitalmarkttag am 19. November am Hauptsitz in Ebikon. Dort will das Management Details zur mittelfristigen Strategie, zu Profitabilitätszielen und Wachstumsplänen vorlegen.

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