Scandinavian Tobacco Aktie: Cashflow springt an
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 11:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach Jahren rückläufiger Umsätze zeigt Scandinavian Tobacco erste Anzeichen einer Stabilisierung. Die am Mittwoch veröffentlichten Halbjahreszahlen belegen: Das organische Geschäft tritt auf der Stelle, statt weiter zu schrumpfen. Anleger honorierten das deutlich — die Aktie legte im Anschluss um 7,23 Prozent zu.
Zahlen zeigen Trendwende bei der Kasse
Der ausgewiesene Umsatz sank im ersten Halbjahr 2026 um 3 Prozent auf 4,193 Milliarden dänische Kronen — komplett währungsbedingt. Organisch blieb das Geschäft mit minus 0,3 Prozent nahezu stabil, im zweiten Quartal waren es sogar nur minus 0,1 Prozent. Die EBIT-Marge vor Sondereffekten kletterte leicht auf 13,8 Prozent.
Der eigentliche Lichtblick liegt im Cashflow. Der freie Cashflow vor Akquisitionen stieg um 53 Prozent auf 422 Millionen dänische Kronen, getrieben von der erwarteten Erholung ausstehender Forderungen. Im zweiten Quartal verdoppelte sich der Wert nahezu auf 264 Millionen Kronen. Die Verschuldung blieb mit dem 3,0-fachen EBITDA stabil.
Bei den Produktkategorien zeigt sich ein gemischtes Bild. Handgerollte Zigarren wuchsen organisch um 6 Prozent und bleiben der Wachstumstreiber des Konzerns, während maschinengerollte Zigarren und Rauchtabak um 4 Prozent nachgaben — belastet auch durch ein Qualitätsproblem bei der Premium-Linie Signature in Frankreich.
Die Nikotinbeutel-Marke XQS expandiert unterdessen in neue Märkte und wächst in Europa zweistellig, auch wenn das Next-Generation-Segment insgesamt durch Portfoliobereinigung organisch um 5 Prozent schrumpfte.
Verkauf an Japan Tobacco soll Spielraum schaffen
Bereits im Juli hatte das Unternehmen die vereinbarte Veräußerung der Feinschnitt-Marken BREAK und Moro an Japan Tobacco für 1,3 Milliarden dänische Kronen bekanntgegeben. Die beiden Marken stehen für rund 4 Prozent des Konzernumsatzes. Der Abschluss wird noch vor Jahresende erwartet, das Management rechnet damit, die Verschuldung dadurch unter die Zielmarke des 2,5-fachen EBITDA zu drücken.
CEO Niels Frederiksen bezeichnete die Fortschritte als Teil der "Focus2030"-Strategie, die auf drei Säulen ruht: Stabilisierung der maschinengerollten Zigarren, Wachstum bei Handmade-Zigarren und Ausbau der Nikotinbeutel. CFO Marianne Rørslev Bock verwies auf die um fast 150 Millionen Kronen verbesserte Cashflow-Generierung als zentralen Fortschritt des Halbjahres.
Prognose bleibt unverändert
Für das Gesamtjahr 2026 hält der Konzern an seinen Zielen fest: ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen minus 2 und plus 2 Prozent, eine EBIT-Marge vor Sondereffekten von 13,0 bis 14,5 Prozent sowie ein freier Cashflow vor Akquisitionen und Devestitionen von 950 bis 1.200 Millionen dänischen Kronen. Der Verkauf von BREAK und Moro ist darin noch nicht eingepreist, da der Abschluss erst spät im Jahr erwartet wird.
Die Kombination aus stabilisierendem Kerngeschäft und deutlich verbesserter Kassenlage dürfte in den kommenden Monaten zeigen, ob sich der Turnaround verstetigt — insbesondere wenn der Japan-Tobacco-Deal wie geplant vor Jahresende abgeschlossen wird und die Verschuldung spürbar sinkt.
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