Saudi Aramco Aktie: Riad gerät ins Visier
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 09:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Houthi-Milizen haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien ausgeweitet — erstmals seit Beginn der aktuellen Eskalation im Juli traf ein Angriff die Hauptstadt Riad selbst.
Über der Region um den wichtigsten Flughafen des Landes stiegen Rauchsäulen auf, saudische Behörden hatten zuvor Warnungen vor möglichen Luftangriffen verschickt. Parallel dazu meldeten die Huthis einen weiteren Angriff auf eine Aramco-Anlage im Rotmeerhafen Yanbu, einem zentralen Exportknotenpunkt für saudisches Öl.
Die saudisch geführte Militärkoalition erklärte, sie habe eine auf Riad abgefeuerte Rakete abgefangen. Weitere Angriffsversuche auf die Städte Bish, Farasan und Taif seien ebenfalls vereitelt worden, über etwaige Schäden machte die Koalition keine Angaben. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Attacken auf Energieinfrastruktur und Zivilisten scharf.
Ölmarkt zeigt sich trotz Angriffen widerstandsfähig
Trotz der Eskalation an der saudischen Ölinfrastruktur entspannte sich die Versorgungslage zuletzt. Saudi-Arabien konnte seine Ölexporte im September deutlich steigern, nachdem sie im August auf den niedrigsten Stand seit mindestens 2013 gefallen waren.
Als Reaktion auf Schäden an der Ost-West-Pipeline und Einschränkungen am Exporthafen Yanbu werden verstärkt Lieferungen über die Straße von Hormus abgewickelt — die Ölströme im Nahen Osten erweisen sich damit als robuster als befürchtet.
Am Ölmarkt drückten zuletzt vor allem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte im Umfeld der UN-Generalversammlung auf die Preise. Sowohl WTI als auch Brent gaben zum Wochenstart nach. Für Aramco bedeutet das ein zwiespältiges Bild: Sinkende Ölpreise belasten die Erträge, während die Angriffe auf die eigene Infrastruktur ein permanentes Betriebsrisiko bleiben.
Diplomatie gegen Eskalation
Die Gemengelage bleibt widersprüchlich. Türkische Regierungsvertreter signalisierten Unterstützungsbereitschaft für Riad im Rahmen eines trilateralen Verteidigungspakts mit Pakistan, während Iran öffentlich ein Ende des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und den Huthis anmahnte. Gleichzeitig laufen nach eigenen Angaben Gespräche zwischen Teheran und Vermittlern aus Katar und Pakistan über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den USA.
Für Aramco hängt die kommende Entwicklung an zwei Fäden: Hält die Exportsteigerung durch Hormus an, dämpft das die Sorgen um die Produktionskapazität. Setzt sich die Angriffsserie auf Yanbu und nun auch Riad fort, dürfte die Risikoprämie auf saudische Energieinfrastruktur bestehen bleiben.
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