Saudi Aramco Aktie: Mehr Export, weniger Förderung
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 19:06 Uhr | Redaktion boerse-global.deSaudi-Arabien liefert mehr Rohöl ins Ausland, obwohl das Land deutlich weniger fördert. Dieses Paradox zeigt, wie stark der Iran-Krieg die Logistik des Ölmarkts verändert hat. Für Saudi Aramco geht es dabei um Exportrouten, die immer wieder unter Beschuss geraten.
Exporte steigen, Förderung sinkt
Die saudischen Rohölausfuhren legten im August gegenüber Juli um 7,9 Prozent zu und erreichten 4,451 Millionen Barrel pro Tag. Das ist der höchste Stand seit März. Die Förderung fiel im gleichen Zeitraum von 8,135 auf 6,24 Millionen Barrel täglich.
Die Erklärung liegt zum Teil im Inland. Die Raffinerien verarbeiteten weniger Rohöl, wodurch mehr Ware für den Export frei wurde. Auch Lagerbestände können die Lieferungen gestützt haben.
Ein wichtiger Ausweg ist die East-West-Pipeline, die Rohöl über rund 1.200 Kilometer zum Roten Meer nach Yanbu leitet. Seit Kriegsbeginn Ende Februar sind die Transporte durch die Straße von Hormus stark beeinträchtigt. Im September stand die Leitung nach Drohnenangriffen zeitweise still, inzwischen läuft sie wieder. UBS-Analyst Giovanni Staunovo geht davon aus, dass sich die Erholung der Exporte im September und Oktober fortgesetzt hat.
Angriffe auf Aramco-Anlagen
Die Sicherheitslage bleibt heikel. Am Abend des 13. Oktober traf eine ballistische Rakete die Konzernzentrale, laut Energieministerium entstand ein begrenztes Feuer. Verantwortlich gemacht werden die Huthi-Rebellen.
Am Montag reklamierten die Huthis zudem Angriffe auf eine Aramco-Anlage in Yanbu, das Ölfeld Shaybah und die Flughäfen von Riad und Abha für sich. Ausgerechnet Yanbu ist der Hafen, über den das Land die Hormus-Blockade umgeht.
Der Ölpreis spiegelt die Unruhe. Brent notierte am Mittwochmorgen bei rund 110 Dollar je Barrel und hatte tags zuvor ein Fünfmonatshoch von 111,99 Dollar erreicht. Die Tankerangriffe reichen laut LSEG-Analysten inzwischen bis in den Golf von Oman und bedrohen Verladungen außerhalb des Arabischen Golfs.
Frachtkosten als zweiter Hebel
Goldman Sachs weist auf einen weiteren Kostentreiber hin. Die globalen Frachtkosten für Rohöl sind auf über 20 Dollar je Barrel gestiegen, vor einem Jahr waren es drei Dollar. Das könnte Preisabstände zwischen Ölsorten vergrößern und besonders asiatische Raffinerien belasten.
Für Aramco ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Hohe Preise stützen die Erlöse, doch jeder Treffer an Pipeline, Hafen oder Förderfeld gefährdet genau die Mengen, die davon profitieren. Als Nächstes zeigt sich, ob Yanbu trotz der jüngsten Angriffe stabil verladen kann.
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